UNO schweigt: Japan zwingt Geflüchtete zurück ins radioaktiv verstrahlte Fukushima

Fukushima und die Folgen – Leben mit der Katastrophe
KIEKE MA FILM BERLIN

T1/4 – Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima – Dr. S. Pflugbeil
Zorah Mari Bauer

Mafia in Japan rekrutiert Atommnomaden für Drecksarbeit mit hoher verstrahlungsgefahr in havarierten AKW-Komplex Fukushima

„Eine Rückkehr der Bevölkerung in die strahlenverseuchte Region Fukushima gilt unter Fachleuten und Anti-AKW-Aktivisten*nnen gleichermaßen als völlig indiskutabel“

Dessen ungeachtet drängt die japanische Regierung die Bevölkerung, in die strahlenverseuchten Gebiete von Fukushima zurückzukehren. Der Atom-Physiker Sebastian Pflugbeil von der Gesellschaft für Strahlenschutz betont dazu im Interview mit Doris Simon Deutschlandfunk 11.März 2017, das sei unverantwortlich, wenn die Politiker erklärten, eine Rückkehr dorthin sei sicher, dann sei das gelogen.

Sebastian Pflugbeil war Mitbegründer des „Neuen Forums“ in der DDR.
im Interview wird, deutlichPflugbeil beschäftigt Fukushima seit der Kernkraft- Katastrophe dem dreifachen GAU im dortigen AKW-Komplex am 12. März 2011 nach dem Mega-Tsunami mit 40 Meter hohen Wellen

Sebastian Pflugbeil ist selber dienstlich nach Fukushima gereist, um sich persönlich ein Bild von den weiträumigen Folgen der Katastrophe zu machen

Die japanische Regierung drängt Menschen ausgerechnet jetzt auf den Tag genau vor sechs Jahren wieder in die Fukushima Region zurückzukehren. Druck wird u. a. dadurch aufgebaut, dass den 160 000 Katastrophen Geflüchteten, von denen 27 000 allein in der Region Osaka in Behelfsheimen oder rin Sozialwohnungen mit ihren Kindern, Eltern leben, nun das existenzsichernde Wohngeld gestrichen wird.

Die Region Osaka sieht das Problem der Betroffenen, bedauert aber außerstande zu sein, arsatzweise für die Regierung in Tokio ein regionales Hilfswerk für die Fukushima Geflüchteten aus dem Öffentlichen Haushalt zu finanzieren

Pflugbeil: erläutert, das Bestreben in Japan, sei wie das in der Tschernobyl-Region nach dem GAU im dortigen AKW-Komplex Block IV am 26.April 1986, die gesperrten Gebiete möglichst zusammenzuschieben und wieder nutzbar zu machen, wenn nicht gar für bewohnbar zu erklären. Da gebe es Orte, da kommt man bis auf Strahlenbelastungen von ungefähr 20 Millisievert pro Jahr, das ist das, was beruflich Strahlenexponierte maximal abkriegen dürfen, also das ist völlig indiskutabel, insbesondere für die Kinder, die da unter diesen Bedingungen leben sollen, sagt Pflugbeil im Interview.

Doris Simon: Das heißt für Sie, wenn die japanische Regierung sagt, eine Rückkehr sei möglich und sicher, ist das gelogen?

Pflugbeil sinngemäß: Das was die japanische Regierung nun behauptet, ist gelogen. Und dummerweise wird das eben auch von westlichen Fachleuten aus der oberen Etage durch teilweise definitiv falsche Angaben unterstützt. Also das ist einfach ärgerlich und peinlich.

Für normale Bürger gilt ein Grenzwert von 1 Millisievert pro Jahr, und wenn man das nicht garantieren kann, würde ich da keine Leute mit wirtschaftlichem Druck hin zurückschicken. Wer soll denn das verantworten?, fragt Pflugbeil und wrikl dabei ratlos und erschüttert zugleich.

Dabei hätte das die Internatinale Gemeinschaft kernergienutzender Länder zu verantworten, die doch zu Anbeginn der Kernenergie mit dem vollmundigen Versprechen angestreten ist, die friedliche Nutzung der Kernernergie ist ein Unternehmen der Gemeinschaft der Völker der Welt im Namen des Friedens, einer atomwaffenfreien Welt, koordiniert abgestimmt, gemeinsamen Entwicklung und Prosperetät globaler Regionen vor Ort.

Pflugbeil gibt im Interview zu bedenken, es sei schwer einzuschätzen, welche langfristiigen Folgen für Japan und die Region Fikushima zu erwarten seien, weil die Informationen, die zum Beispiel über die Gesundheitsschäden durchsickern, nur winzige Bruchstücke der Realität abbildeten.

Um diese Schwierigkeiten zu unterstreichen, führt Pflugbeil Tschnernobyl als Beispiel an, wie bis heute, von dort ausgehend, weltweit desinformierend „“alternativer Fakten“ verbreitet werden , selbst von UNO-Gremien, von Gesundheitsministerien. Wer sich das vergegenwärtigt, dem werde schnell klar, was da in Japan seit 2011 bis heute und in der Zukunft weltweit kaum an belastbare Daten heranzukommen sei.

Am Beispiel Tschernobyl könne man aber lernen, in welchen Größenordnungen solche Gesundheitsschäden sich über Jahrzehnte ausbreiten, räumt Pflugbeil ein. Nehmen Sie ein Beispiel: Nach Tschernobyl ist in Bayern sehr sorgfältig der Fallout gemessen worden, und es sind auf Regierungsbeschluss die in Bayern neugeborenen Kinder mit Fehlbildungen erfasst worden – ein paar Jahre vor Tschernobyl und nach Tschernobyl. Am Ende konnte man aufgrund dieser Daten ziemlich genau sagen, dass in Bayern größenordnungsmäßig 3.000 Kinder mit Fehlbildungen geboren wurden aufgrund dieses Fallouts, mehr als tausend Kilometer von Tschernobyl weg, mit einer relativ moderaten Erhöhung der Strahlenbelastung.

Auf die Situation in Japan übertragen, bedeute das eine moderat erhöhte Strahlenbelastung bis in die Gegend von Tokio – bei einer sehr hohen Bevölkerungsdichte, wirft Pflugbeil ein

Pflugbeil desaströse Nachricht, man könnte Daten zumindest im etwa 280 Kilometer entfernten Tokio erfassen, tut es aber nicht, um angeblich zu verhindern, dass die Bevölkerung beunruhigt wird wie es in der regierungsamtlichen Sprachregelung heißt

Die Ärzte wirkten schmallippig auf Daten Nachfragen, sie sind in Sorge um ihre berufliche Existenz, wenn sie ihre Beobachtungen vor Ort weitergeben.

Auf die Frage von Simon: Wie wäre denn aus Ihrer Sicht ein verantwortungsbewusster Umgang in Japan selber, was müsste da passieren?, erklärt Pflugbeil:

„Man könnte zum Beispiel die Ärzte aufmuntern, ihre Beobachtungen in diesem Problemfeld zu machen und aufzuzeichnen und zu melden, und das Gegenteil ist der Fall. Das Gesundheitsministerium, das legt den Ärzten nahe, so zu denken, dass solche Untersuchungen doch die arme Bevölkerung noch zusätzlich belasten würden, und die Finger davon zu lassen“.

Pflugbeil von Simon darauf angesprochen, dass er ja unterwegs nach Hamburg sei, weil dort ein japanischer Journalist über seine Recherchen im Stil „Günter Wallraff“ berichten wolle. Der habe sich als Arbeiter zu Aufräumarbeiten in Fukushima einschleusen lassen.

„Er beschreibt, wie die Yakuza, die japanische Mafia, dort Leute rekrutiert, unqualifizierte Leute rekrutiert, die die Drecksarbeit auf dem Gelände von Fukushima machen sollen. Das klingt sehr japanisch-schrecklich, aber wenn man weiß, dass auch in den westeuropäischen Kernkraftwerken Atomnomaden oder Leiharbeiter eingesetzt werden, um die Drecksarbeiten hier bei uns zu machen, ist das für mich ein Motiv, auch auf die Situation in Deutschland hinzuweisen.“

Das sei in Deutschland von den AKW-Betreibern und Atomaufsichtsbehörden national und international schlecht geregelt, meint Pflugbeil weiter, diese Leute, die von außen in die Kernkraftwerke kommen, um dort sauber zu machen und eben diese Drecksarbeiten zu machen, die sind vom effektiven Strahlenschutz her, von den Möglichkeiten, eventuelle Gesundheitsschäden geltend zu machen, wirklich schlechter dran als die Stammbesatzung in den Kernkraftwerken und sind von der Zahl ein Vielfaches der festangestellten Besatzung in den Kernkraftwerken in Deutschland.
JP

Sebastian Pflugbeil zur Lage um das Fukushima AKW
dahast de

Japan – AKW-Arbeiter opfern laut Strahlenexperte ihr Leben
Mr2308Alex

Experten zur Fukushima Katastrophe_ARD_Tagesschau 16/17.3.2011 Sebastian Pflugbeil, Wolfgang Ulrich
Docdoo66

http://www.deutschlandfunk.de/verseuchte-fukushima-region-eine-rueckkehr-ist-voellig.694.de.html?dram:article_id=381016
„Eine Rückkehr ist völlig indiskutabel“
11.03.2017
Verseuchte Fukushima-Region
„Eine Rückkehr ist völlig indiskutabel“
Sebastian Pflugbeil im Gespräch mit Doris Simon

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