68er „erbten“ linken Elan ihrer Väter, Mütter für Positionen statt wie die Rechten nur für Posen zu stehen

Summer of Love – Kommunen und freie Liebe ORF zeit geschichte
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BRD: 68er-Bewegung
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Referat über 68er Bewegung
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Rudi Dutschke: Reden 1966 – 1968
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Rudi Dutschke – Deutsche Lebensläufe
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Revolution – Dutschke Baader Langhans und die 68er – im Gespräch mit von Michel von Tell
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Die Kinder der sexuellen Revolution
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Daniel Cohn-Bendit: 68er war keine Revolution, war eine Revolte

Daniel Cohn-Bendit der „Rote Danie“ Paris Mai 1968 meint die 68er waren keine Revolution, das war Revolte Sex Drive Drugs and Rock`n Roll Angela Davis, Joan Baez, Jane Fonda solidarisch beim Vietcong unterm Bombardement der US Air Force in Nordvietnam, Bob Dylan, Rolling Stones, I can`t get no satisfaction“, Ray Charles, Attentat auf Rudi Dutschke 11.4.1968 Ermordung Malcom X 1965, Martin Luther King 4, April 1968, Robert Kennedy 5. 6, 1968, Biafra Bürgerkrieg um Shell Öl 100 000 Hungertote, Anti-Vietnamkriegskongress Westberlin Februar 1968.

Cohn-Bendit hat recht, wenn er den Prager Frühling vergisst, wie viele heute, der eine Revolution auf breiter gesellschaftlicher Basis war, der am 22. August 1968 durch Warschauer Vertragstaaten Truppen ohne die DDR Volksarmee niedergeschlagen wurde, nachdem US-Präsident Lyndon B. Johnson die US-Truppen auf eine halbe Million GIs aufgestockt, den Vietnamkrieg und den US-Kampf gegen die Befreiungsbewegungen in Afrika, Südamerika mithilfe der CIA samt einem Klaus Barbie als V-Mann eskaliert hatte.

Dass die 68er mit Rudi Dutschke nach 1968 den Elan aufgebracht haben, anders als die Gewerkschaften, SPD, sich, neben dem bisherigen Hauptwiderspruch Kapital vs Arbeit, der Frage um die Erhaltung der Schöpfung zuzuwenden, die weltweite Anti-Atomwaffen- , Anti-AKW Bewegung mit Robert Jungk, Klaus Traube, Petra Kelly, Gerd Bastian, William Born, Heinrich Böll u. a. zu stärken, weil die 68er zu ahnen anfingen, dass sie von den staatstragenden Parteien zu fremden Zweck des Ausbau der Atomkraft von Atomkanzlern Konrad Adenauer, Ludwig Ehrhard, Kurt-Georg Kiesinger Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Außenminister Hans-Diedrich Genscher, Innenminister Paul Lücke, Ernst Benda, Hans-Dietrich Genscher, ,Werner Maihofer, Gerhart Baum, Jürgen Schmude, Friedrich Zimmermann, Medien als Watschenmann und -frau ausgesucht. geleimt wurden. ist das eigentliche 68er Verdienst, Irrtümer einzugestehen und zu ändern, denke ich, Jahrgang 1944.

Dass 68er heute an den Schalthebeln der Macht sitzen, wie gerne von rechts kolportiert wird, wenn AfD Frontmann Jörg Meuthen davan spricht, dem linksgrünversifften 68er Milieu in Regierungen, Ämtern in Bund. Ländern, Kommunen den kampf anzusagen, halte ich, abgesehen von einigen Ausnahmen auf Landesebene, in der Zivilgesellschaft, Greenpeace, BUND, Robert Jungks Zukunfts Bibliothel Salzburg seit 1986 , Kirchen, für ein Gerücht zum fremden Zweck konservativer Selbstinszenierung mangels Leitbild der AfD Alexander Gaulandt, Jörg Meuthen, u. a. Ex-Kanzler Gerhard Schröder hat sich zum Nicht-68er erklärt, Joschka Fischer wäre lieber in anderen als Turnschuhen 1985 Hessen Umweltminister geworden. Mit Blick auf das Scheitern des Prager Frühlings 1968 wird deutlich, 68er sind bis heute verhindert worden. Was dazu führt, dass es zwar nach US-Präsident Obamas Prager Rede „Yes we can atomwaffenfreie Welt“ einen Bundestag Beschluss 2010 gibt „Weg mit den US-Atomwaffen in der Eifel Büchel/Cochem aber seitdem ist nichts in diese Richtung passiert. Im Gegenteil die GROKO entzieht dem UNO Atomwaffenverbot 2017 von 122 Staaten, unterstützt vom Friedensnobelpreisträger ICAN 2017. ihre Zustimmung

68er hatten Elan von ihren linken Vätern, Müttern Hannah Arendt Herbet Marcuse, Ernst Bloch, Theodor Adorno, Max Horkheimer, Margaret und Alexander Mitscherlich, Alice Miller, Wilhelm Reich,  Fritz Bauer, Eugen Kogon, Simone de Beauvoir,  Jean Paul Sartre , Arthur Miller, Albert Schweitzer, Robert Jungk u. a. aufgelesen ererbt zum Protest für Positionen bereit zu sein, während Rechte sich darin gefallen, sich in Posen so als ob sie Position beziehen, zu ergehen.
JP

 

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/68er-die-wahren-erben-der-achtundsechziger-kommen-von-rechts-kolumne-a-1204943.html#js-article-comments-box-pager

26.4.2018
Revolutionäre
Von ’68 lernen heißt siegen lernen

Eine Kolumne von Jan Fleischhauer

Einrede zu Professor Armin Nassehis Buch „Gab es 1968? Eine Spurensuche“

Im Dialog: Prof. Armin Nassehi im Gespräch mit Michael Hirz am 19.01.2018
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PARADOX 17 — Armin Nassehi: „Die sieben Paradoxien moderner Gesellschaften“
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Vortrag Prof. Dr. Armin Nassehi „Etwas in der Welt verändern…und warum das so schwer ist“
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Armin Nassehi: Komplexität in der Politik – Problem oder Lösung?
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„Wer sich an „1968“ erinnert, kann zweierlei in den Blick bekommen: zum einen die kurze sichtbare Phase eines explizit linken, kaum mit der politischen Ordnung der Bundesrepublik kompatiblen Protests, der tatsächlich organisatorisch schnell in sich zusammenfiel; zum anderen eine implizit linke Veränderung in der Gesellschaft, die die deutsche Gesellschaft bis heute prägt und das wirksame Erbe der Generationslage „1968“ darstellt.“

Andererseits bietet sich an, zu schreiben, wer sich an 1968 erinnert, kann nicht dabeigewesen sein, Armin Nassehi *1960 war es bestimmt nicht, angesichts dessen, was an damaligen Entwicklungen. Auf- und Abbrüchen in neue globale Großwetterlagen ausgeblendet bleibt.

1966 hatte sich Frankreich mit De Gaulle entschieden, der NATO ihren Hauptsitz in Fontainebleau bei Paris zu entziehen, nach Brüssel umzuziehen, aus Furcht und Sorge, Frankreich könnte durch die USA über die NATO erneut in den von Frankreich eingestellten Indochinakrieg, der nun Vietnamkrieg hieß, erneut hineingezogen werden. Frankreich blieb mit seiner Sicherheitspolitik des Leeren Stuhl in NATO Führungsgremien der NATO assoziert.

Gleichzeitig entschied De Gaulle, in Wahrnehmung horrender Verschuldung der USA durch den Vietnamkrieg, französische Goldreserven in Fort Knox/USA, nach Frankreich zu holen. Damit war dem flotierenden Anti-Kommunismus mehr als ein Zacken aus der Krone gebrochen. De Gaulle sah im militärisch-industriellen US-Komplex den größeren Gefahrenherd für Europa als jene Gefahren, die in Moskau schlummern könnten.

Allein das wurde in Osteuropa als Beginn einer Maienzeit europäischer Sicherheitspolitik neu gedacht kollektiver Sicherheitssysteme mit oder ohne Warschauer Vertrag, NATO interpretiert. in Budapest, Bukarest, Belgrad, Prag, Warschau erhofft, von der SED Nomenklatur in Ostberlin gefürchtet. Im Jahreswechsel 1967/68 begann das zarte Pflänzchen, 1966 in Paris von De Gaulle gesät, der „Prager Frühling“ zu wachsen und zu gedeihen.

Doch statt nun systemimmanenten Kräften des Wandels freien Lauf zu lassen, Raum zu schaffen, geschah bei gutem Willen heranwachsender Jugend in Europa, Ost und West, USA, UdSSR, Japan, China genau das Gegenteil, das Establishment in Ost und West instrumentalisierte den Elan der 68er Studentenbewegung, den Anti-Vietnamkrieg Protest, den panisch angekündigten Rücktritt Präsident De Gaulles 1968, verlautbart im Baden-Badener Exil, angesichts Pariser Studenten Rebellion mit Daniel Cohn-Bendit als Bannerträger an der Spitze, drohendem Generalstreik, als willkommen systemrelevante Gelegenheit, die Maienzeit der Ideen eines neuen kollektiven Sicherheitssystems, mit und ohne Warschauer Vertrag, NATO, unterlegt mit vom gemeinsam erklärten Willen atomarer Abrüstung, gemäß Atomsperrvertrag 1968, sieben Jahre eskaliert nach Kambodscha ausgeweitet fortlaufenden Vietnamkrieg bis zum KSZE- PROZESS Helsinki 1975 ad acta gelegt, vertagt, im Sande verlaufen zu lassen.

Zunächst ungestört in Westdeutschland im Durchmarsch entgegen anfänglichen Bedenken der Kraftwerkbauer, angesichts unleugbarer  Risiken, Folgekosten, ab 1974 mit Subventionen bis heute 200 Milliarden €, forciert vom Atomkanzler Helmut Schmidt SPD die atomare Aufrüstung unter dem weltweit ausgebauten Schild und Schirm ziviler Nutzung der Atomenergie als angebliches Nonplusultra blockübergreifender Weltenergiepolitik bis zum Beinah GAU Three Miles Island/USA 1978 voranzutreiben, dem dann, entgegen auf- und abschwellender Anti-AKW Bewegungen, der GAU in Tschernobyl/UdSSR, heute Ukraine, 1986, der dreifache GAU im AKW Komplex Fukushima/Japan 2011 folgte.

Auf dieser Folie erscheint mir die von Professor Armin Nassehi *1960 beschrieben implizit linke Veränderung in der Gesellschaft, die die deutsche Gesellschaft bis heute prägt und das wirksame Erbe der Generationslage „1968“ darstellt, als ins Ungefähre leer geschossene Hülse, ohne auch nur ansatzweise den identitätsstiftenden Gründungsmythos des Holocaust, Millionen Zwangsarbeiter 1939-1945 aufgrund europaweit williger Vollstrecker administrierender NS-Willkür für die EU, Israel/Naher Osten wahrzunehmen.

Von der Entwicklung neuer Ansätze einer Weltökonomie weg von asymmetrischen Verhältnissen der Ausbeutung der einen Region durch andere Regionen hin zu Verhältnissen wirtschaftlichen Ausgleichs, global wirksame Mechanismen unbürokratischer Entschädigung im Schadensfall planerischer Intelligenz in Kombination mit weltweiten Verflechtungen und wachsenden Interdependenzketten, wie Nassehi in anderem Zusammenhang schreibt, also zu einem Trend dahin, dass sich Eindeutigkeiten auflösen und es stets so etwas wie eine zweite Version einer möglichen Interpretation gibt, z. B. treuhänderische Versetzung von Geflüchteten inner-, außerhalb ihrer Heimatländer, gegenwärtig 70 Millionen Personen, aufgrund von Krisen, Kriegen in den vorherigen Vermögens- , Bildungs- , Berufsstand bis sie diesen wirklich erreicht haben.
,

-Jene durch Naturkatastrophen, Klimawandel Geflüchteten, zwangsweise entschädigungslos Umgesiedelten nicht gerechnet, –

Warum schreibt Nassehi von so genannter Rassentrennung in den USA, wenn es denn doch bei Rassentrennung selbst bei der Registrierung für Zugang zu Wahlurnen bis heute blieb?, u. a. dadurch, dass in privaten, staatlichen US-Haftanstalten überwiegend Schwarze einsitzen, denen nach Haftentlassung wg. des Status „vorbestraft“ und sei es wg. Bagatelldelikten millionenfach das Wahlrecht entzogen ist

Nassehi schreibt: „Die Akademisierung der sozialen Arbeit ist Ausdruck der Politisierung von Inklusionsschüben zu Inklusionsstrategien, die gleichzeitig mit der Individualisierung von Lebenslagen korrelierte“

Nach seinem eigenem Verständnis lässt das eine zweite Version einer möglicher Interpretation zu, nämlich genau das Gegenteil, mit der Akademisierung sozialer, pädagogischer Berufe, ging eine vereinnahmende Entpolitisierung im Umgang mit gesellschaftspolitischen Problemgedrängen, Konfliktgemengelagen vonstatten, Kampagnenmacht zu paralysieren. Das hat in Deutschland, angesichts, anders als in vielen Ländern Europas, fehlend politischen Streikrechts ein lähmendes Gewicht bei Angelegenheiten des Öffentlichen.

Ein sogenanntes Recht auf persönlichen Widerstand, angelehnt an das Fehdewesen im Mittelalter bis zu dessen Abschaffung 1495, im Grundgesetz 1949 verankert, kann das fehlende politische Streikrecht in Deutschland auf dem Weg der Kompalität rechtlicher Verhältnisse in Europa, nicht ersetzen-

Wenn Nassehi schreibt: „Damit war womöglich die Protestgeneration der 1960er Jahre selbst ein Produkt der Folgenlosigkeit von Massenprotest im Wohlfahrts­staat bei gleichzeitiger Anerkennung seiner politisierbaren und erreichbaren Ziele.“

So ist da sicher etwas dran, ausgeblendet bleibt bei aller praktiziert repressiven Toleranz des Wohlfahrtstaates, wie diese Herbert Marcuse definiert, die Spaltungstendenz sozialer Bewegungen durch staatlich selektive Tepression, Aufrüstung des administrativ-forensischen Sicherheitskomplex, der geduldeten und systemrelevant nicht geduldeten Protest unterscheidet.

Nassehi: „Und es ist implizit links, weil es für die Verfolgung solcher Politik keiner explizit linken Semantik und Programmatik bedarf“

Nasseh meint die angebliche Politisierung der Inklusion. Angesichts völkischer bzw. klassenkämpferischer Variante der Inklusion in faschistischer und real-existierend sozialistischer Zeit in Europa, Asien, unter diskriminierenden Ausschluss ganzer Teile eigener Bevölkerung, n. m. E. eine historisch kaum nachvollziehbare These

Nassehi: „Dass die Inklusionsschübe nach dem Zweiten Weltkrieg schlicht eine normative Kraft des Fak­tischen erzeugt haben, lässt sich wohl kaum bestreiten. Es war zugleich Ursache, aber auch Effekt jener Inklusionsschübe, die die Generationslage der 68er ausgemacht haben.“

Hier geht mir der Begriff 68er, bei Nasseh operativ angewendet, zu sehr ins Ungefähre, Unbestimmte des Allgemeinen. Denn es waren auf lange, sehr ange Zeit andere, nicht die 68er, Ost wie West, es waren ihre konservativ orientierten Altersgenossen etablierter Parteien, Gewerkschaften. Kirchen, Militär, Medien, die obskuren Objekte staatlicher Begierde, ihnen Inklusion teilhaftig werden zu lassen, die wirklichen 68er wurden mit Berufsverboten, Karrierebrüchen, Parteiausschlüssen, Strafverfolgung, drohendem und vollzogenem Psychiatrieren ihrer politischen Tendenzen belegt. Davon schreibt Nassehi nichts,

Nassehi: “ Vielleicht wird vor diesem Hintergrund deutlich, wie doppelt merkwürdig und geradezu paradox es erscheint, wenn ein Derzeitiges Selbstbewusstsein konservativer Politiker sich darin ausdrücken will, „1968“ endlich hinter sich zu lassen und loszuwerden.“

 

Hier meint Nassehi wohl AfD Politiker wie Jörg Meuthen, *1961, Alexander Gaulandt, *1941, vom Philosophen Rüdiger Safranski, *1945, als ehrenwert aufrichtiger Mann gepriesen, assistiert, Beatrix von Storch,*1971, Alice Weidel, *1979, die vollmündig das Ende linksgrünversiffter 68er Politik in Deutschland, Europa verkünden,. weil sie außer schrillen Sprechblasen ansonsten nichts zu bieten haben, an dem sie sich gesellschaftspolitisch, in Abgrenzung zur CDU/CSU/FDP, und ihre Anhänger aufrichten könnten, verlorene Schlachten in Echokammern neu zu inszenieren zu wollen. Dabei vergessen sie, wer sich in die 68er Jahre zurück gebeamt, verfällt allzu leicht auf seine schon damals verlorenen Positionen zurück und landet endgültig selber da, wo die AfD die Linksgrünversifften haben will, auf der Müllkippe der Geschichte.

Nassehi: „Diejenigen, die die Sozialdemokratisierung der CDU beklagen, haben völlig recht: Die Inklusionsschübe gesellschaftsstruktureller Natur haben vor niemandem haltgemacht, auch vor ihnen nicht. Das ist das implizit Linke, das mit dem explizit Linken wenig zu tun hat.“

Ich würde weniger als Professor Armin Nassehi von Sozialdemokratisierung der CDU schreiben, sondern davon, dass die Ost CDU als Teil Nationaler DDR Front mit ihrer vom Demokratischen Aufbruch zugelaufene „Ikone“ Angela Merkel als kleinst denkbar gemeinsamer Nenner in gesamtdeutscher Wossi CDU angekommen, mit ihrer asymmetrischen Demobislierungs Attitüde Parteifreunden wie politischen Gehnern gegenüber das Atmosphärische in der CDU/CSU unserer Tage nicht nur in Sachen Inklusion bestimmt.

Nassehi: „War „1968“ eine linke Bewegung? Ja, das war sie, aber anders als gedacht. Die ortlosen Utopien eines radikalen Gesellschaftsumbaus sind semantische Ikonen. Der Sound von Rudi Dutschke und die eschatologische Selbstermächtigung des harten Kerns sind das Ergebnis eines Freiheitsschubes, einer Möglichkeit der Abweichungsverstärkung. Sie sind nicht selbst der Schub und auch nicht die entscheidende Abweichung“

Auch hier bietet sich, Nassehi zitierend, eine andere Version der Deutung an, es war die gesellschaftlich-familiare Auswilderung heranwachsender 68er hüben und drüben in Wiederaufbau- , Wirtschaftswunderzeiten durch ihre Väter, Mütter, Lehrer, Lehrherrn, Trainer, Pastoren, Dozenten in einer erklärtermaßen vaterlandslosen Gesellschaft der Unfähigkeit über eigene Verluste, eigene Schuld in dunkler Zeit in unwirtlichen Trümmerlandschaften, Städten, Dörfern, Fabriken, Schmerz zu empfinden, zu trauern (Margarete, Alexander Mitscherlich gleichnamiges Buch „Die Unfähigkeit zu trauern“ 1968), gesellschaftlich kastriert, die Politik deutscher, europäischer Teilung, Ost- und Westbindung ungestört den Großvätern, Walter Ulbricht, Konrad Adenauer und Anhang Multitude zu überlassen.

Von Duldungsstarre hier, autoritärer Zucht und Ordnung da, umzingelt, machten sich Teile der 68er frühzeitig auf in Sturm und Drang ihrer Triebe, entgegen allen Seitenhieben, Gefühle, Sinnen und Trachten nach Autonomie, in Wellen, Schüben das Vakuum zu füllen, das real und emotional abwesende Väter, Mütter nach 1945 hinterlassen hatten, diesen Prozess als Gründungsmythos ihrer selbst der 68er Generationshorde bis heute zu recht, aus mucksmäuschenstiller Not geboren, heute als „Tiger Tugend“ des „Rasenden Histomat „Politik Sportreporter“ Rudi Dutschke mit Karl Marx Elan und Friedrich Engels Zungen umgedeutet, !“, wahrzunehmen gemeinsames Gedenken zu zelebrieren.

„Politik Sportreporter“ Rudi Dutschke: Flanke aus der Tiefe des Raumes von Morlock, Raunen im gespannten Publikum, Rahn müsste schießen, Rahn schießt. Aber liebe Brüder, Schwestern, Genossen, was heißt hier Rahn schießt, Histomat Flanke von Friedrich Engels, Karl Marx müsste schießen, Marx schießt, “ Tooooorrrr!, Tooooorrrr!, Tooorrrrr!, der Sozialismus hat gesiegt, der Kapitalismus verloren, der Sozialismus ist Weltmeister aller Klassen mit sportlich humanem Antlitz.

Zum Schluss lässt es sich Professor Armin Nassehi nicht nehmen, den Erzähl Modus zu verlassen, im eschatologisch anmutenden Rätsel eigener Position zum Narrativ expliziter Linken in Europa, der Welt zu entschwinden, wenn er schreibt:

„Es war das Ergebnis einer impliziten linken gesellschaftlichen Evolution, die erst die konsequenzfreie Rede von der explizit linken Revolution möglich gemacht hat. Deren Anfänge aber liegen nicht dort, wo üblicherweise gesucht wird“
JP
https://www.taz.de/Armin-Nassehis-Buch-Gab-es-1968/!5498427/
Armin Nassehis Buch „Gab es 1968?“
16. 4. 2018
ARMIN NASSEHI

Fritz Teufel taz 1980 „Wäre Rudi Dutschke ohne Attentat auf ihn 11.4.1968 RAF-Mitglied geworden“?

Rudi Dutschke – Deutsche Lebensläufe
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Andreas
Am 05.06.2015 veröffentlicht
Alfred Willi Rudi Dutschke, Rufname Rudi (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde; † 24. Dezember 1979 in Aarhus, Dänemark), war ein deutscher marxistischer Soziologe und politischer Aktivist. Er gilt als Wortführer der westdeutschen und West-Berliner Studentenbewegung der 1960er Jahre. (wikipedia)

Peter Schneider | Rebellion und Wahn der 68er (NZZ Standpunkte 2008)
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NZZ Standpunkte
Am 21.11.2015 veröffentlicht
Er war 1968 an der Seite von Rudi Dutschke einer der Wortführer der Studentenrevolte in Berlin. Vor kurzem hat er eines der aufschlussreichsten Erinnerungsbücher über diese Zeit geschrieben: der Schriftsteller und Essayist Peter Schneider. Mit ihm diskutieren der NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann und Marco Färber über Idealismus und Verblendung der 68er- Generation und darüber, ob und wie 1968 auch unsere heutige Zeit geprägt hat.

Sendung vom 29. März 2008

Rudi Dutschke: Reden 1966 – 1968
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Rudi rooss
Am 08.12.2013 veröffentlicht
Rudi Dutschke im Juni 1966 über: Rädelsführertheorie / Organisation und Programm des SDS / Gewaltfaktor und gewaltlose Unterlaufung / Kommune / ununterbrochene Revolution / Große Koalition / Provos / Beatles / Kampf auf Leben und Tod? / Auszug aus einer Diskussionsveranstaltung mit Herbert Marcuse am 11.7.1967 in der FU Berlin: Bestimmung des revolutionären Subjekts in den USA und Europa / Rudis Rede auf dem Vietnamkongreß am 17.2.1968 in der TU Berlin

kulturzeit extra – mythos 68 – die revolte und ihre archäologen
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alexomat2
Am 02.07.2012 veröffentlicht
Andres Veiel, Franziska Augstein, Klaus Theweleit, Götz Aly und Axel Honneth streiten lebhaft um die Deutungsmacht über die 68er. Hauptstreitpunkt ist Alys Behauptung, die 68er seien Widergänger der Elterngeneration und dem Faschistenpack ähnlicher, als uns und ihnen lieb sein kann. Theweleit kontert, wird ruppig (0:20:30). Moderation: Cécile Schortmann.
Kategorie
Nachrichten & Politik
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Retro spezial 1968 Jahr des Aufstands
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Am 05.01.2011 veröffentlicht
Das waren noch Zeiten – über drei Stunden dauerte der Club 2 (ORF) vom 13. Juni 1978 zum Thema „1968 – Jahr des Aufstands“, der auf 3sat ausgestahlt worden ist. Zu Gast waren die 68er-Ikonen Rudi Dutschke und sein Freund Daniel Cohn-Bendit, der Axel Springer Journalist Matthias Walden sowie der Politikwissenschaftsprofessor Kurt Sontheimer. Auf neutralem Boden diskutierten die Protagonisten „open end“ …

Retro spezial 1968 Jahr des Aufstands
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Am 05.01.2011 veröffentlicht
Das waren noch Zeiten – über drei Stunden dauerte der Club 2 (ORF) vom 13. Juni 1978 zum Thema „1968 – Jahr des Aufstands“, der auf 3sat ausgestahlt worden ist. Zu Gast waren die 68er-Ikonen Rudi Dutschke und sein Freund Daniel Cohn-Bendit, der Axel Springer Journalist Matthias Walden sowie der Politikwissenschaftsprofessor Kurt Sontheimer. Auf neutralem Boden diskutierten die Protagonisten „open end“ .
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Günther Jauch im Gespräch mit Fritz Teufel 1988
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Fritz Teufel bei 3nach9 (Radio Bremen)
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Fritz Teufel_1982
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Wäre Rudi Dutschke ohne Attentat auf ihn am 11.4.1968 RAF-Mitglied geworden?
Stefan Reinecke schreibt in der taz 24. 12. 2004 „Immerhin hat auch Fritz Teufel 1980 in der taz – Januar in seinem Nachruf auf den am 24.12.1979 in Aarhus/Dänemark  an den Folgen seiner Attentatsverletzungen vom 11..4,1968 verstorbenen Rudi Dutschke – zu bedenken gegeben, dass Rudi ohne das Attentat an der Seite von Ulrike Meinhof in den Untergrund abgetaucht wäre. Historie im Konjunktiv ist stets glattes Parkett – aber diese Fantasie verriet wohl Teufels Wunsch, mit der Autorität der Figur Dutschke seinen eigenen Irrweg in die Militanz mit etwas Ratio zu schmücken.

Bei dieser Einlassung Stefan Reineckes bleibt allerdings unerwähnt, dass der 2010 verstorbene Fritz Teufel niemals Beteiligung an Gewaltanschlägen nachgewiesen werden konnten, Ganz im Gegenteil, er saß jahrelang unschuldig verdächtigt am Peter Lorenz Geiselnahme 1975 beteiligt gewesen zu sein bis 1980 im Berliner Knast, den bleiern deutschen Herbst 1977 dort „geborgen“ zu überwintern, um dann sein gerichtsfestes A- und B-libi zu präsentieren, dass er 1975 zum indizierten Zeitpunkt Aufenthalt in England hatte.

Jutta Dittfurth wiederum ist in íhrem 2008 erschienenen, 2018 aktualisiert neu aufgelegten Buch „Rudi und Ulrike“ , Untertitel „Du die Stimme, ich die Feder“ der Auffassung, dass Ulrike Meinhof ohne das Attentat auf  Rudi Dutschke vor 50 Jahren am 11.4.1968 nie in den Untergrund gegangen wäre, die RAF zu gründen

Fand RAF Gründung statt, eingehegt vernetzt mit Untergrundorganisation illegaler KPD seit ihrem Verbot 1956 in Westdeutschland, sogar Westberlin entgegen Viermächte Statut, samt deren subversiv militanten „Regimenter“ Flügel, finanziert vom MfS? als Flankenschutz des Prager Frühlings Richtung Westeuropa statt?

Als dann der Prager Frühling durch Truppen der Warschauer Vertragsstaaten am 22. August 1968 in der CSSR ohne Beteiligung der DDR Volksarmee zerschlagen wurde, mit dem Grundlagenvertrag 1972 nach Wechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker im Amt des SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzenden unter der Schirmherrschaft Moskaus eine neue Phase deutsch- deutscher Entspannungspolitik eingeleitet war, wurde da das Projekt RAF offiziell von „Unbekannt“ abgeblasen?, lief dann aber wie bei der Al Quida als CIA Konstrukt nach Implosion der UdSSR 1991 mit Eigengewicht bis zu ihrer Auflösung 1998 aus dem Ruder ?

Die RAF Mitglieder Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Jan-Carl Raspe wurden niemals rechtskräftig wg. der ihnen zu Laste gelegten Taten verurteilt worden. nachdem sie Berufung gegen das Stuttgart-Stammheim Urteil 1975 eingelegt. sich mutmaßlich 1976 im Fall Ulrike Meinhof bzw, 1977 am Ende des deutschen Herbstes das Leben genommen haben. denn gegen Tote werden in Deutschland keine Prozesse geführt. Eine wahrlich lebensgefährdend juristische Praxis hierzulande

– Das war womöglich einer der Gründe, warum sich der FDP Politiker Jürgen Möllemann 2003 ohne Öffnung seines Fallschirm aus einem Flugzeug über NRW in den Tod gestürzt hat, sich, seine Familie und die FDP, angesichts bevorstehender Hausdurchsuchung, der Strafverfolgung und Prozess durch Tod entziehen? –

Für Rudi Dutschke gilt die deutsche, wie jede Nation zu allererst einmal als unteilbar und zum anderen ganz im dialektischen Sinne des Histomat Karl Marx mit Friedrich Engels Zungen als unveräußerlicher Resonanzboden für revolutionäre Umtriebe, Projekte, Tendenzen und Entwicklungen. Mit dieser Auffassung steht Dutschke im linken Spektrum lange einsam, verlassen, missverstanden auf weiter Flur allein.

Ob Selbstermächtigung zur Terror Gewalt für Rudi Dutschke überhaupt und sonders nach Art des Fehdehandschuhs, dem Reichsfehdewesen, eine Option ist, scheint bisher aus seinem Nachlass nicht erforscht. Er selber spricht in seinen Tagebüchern 1963-1979 und anderer Stelle von Gewalt gegen Sachen nicht gegen Personen. Wobei seine Deutungen von Situationen der Art bei der Gewaltanwendung gegen Staatsmacht ihm legitim erscheint, lange vor 1967 bei ihm fließend mit revolutionärer Beinfreiheit in Erscheinung treten.

Das Fehdewesen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, bis dahin ein eherner Grundsatz für reichsfreie Herzoge, Fürsten, Pflalzgrafen, Ritter, Bauern, Bürger, Städte der Zentralmacht in Wien den Staufer, Habsburger Reise Kaisern und Lehnsherren vor Ort gegenüber, das 1495 zwar formal abgeschafft wurde, aber gerade in den Bauernkriegen um 1525 galt im Verständnis der an der Seite der Bauern teilnehmender Fürsten, Reichsgrafen, um nur einen zu nennen, den fränkischen Reichsritter Florian Geyer (1490-1525) von Giebelstadt im Gramschatzer Wald bei Würzburg und seine Schwarzen Haufen, als willkommen letzte Gelegenheit, Anlass das Recht auf Fehde zurück zu erobern, womit sie nach furchtbarem Gemetzel unter den Bauern und Ihresgleichen auf dem Schafott entsetzlich scheitern.

Das Recht auf Fehde galt reichsweit, wenn alles Prozessieren den Beteiligten vergeblich scheint, das Unrecht fortbesteht, sich wie 150 Jahre später der Pferdehändler aus Hinterpommern Michael Kohlhaas in Harnisch zu versetzen, selbsternächtigt bewaffnet das Recht auf B Biegen und Brechen, Tod und Teufel komme heraus durchzusetzen.

Vom Ansatz her lebt dieses Recht auf Fehde im persönlichen Recht auf Widerstand im bundesdeutschen Grundgesetz anstatt eines politischen Streikrechts modifiziert fort

Rudi Dutschkes „Langer Marsch“ durch die Institutionen geriet ihm wie vielen seiner Generation Multitude Horde hüben und drüben zum leuchtenden Pfad der Auf- und Abbrüche von Selbsterkundungen in unergründlicher Gewissheit selbst bei den Mächten, sei es die SED Nomenklatur, sei es die Bonner „Geschlossenen Gesellschaft, mit ihrem Gespensterschiff der normativen Kraft des Faktischen Rhein-Kapitalismus „Formierter Eliten“ wohl geborgen zu sein, die man bekämpft, wenn er sich 1974 seinen Umzug von England nach Aarhus in Dänemark vom damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann (SPD,vormals BHE) in Höhe von 3000 DM finanzieren ließ.

Bei Rudi Dutschke war es als arbeite er in all seinen Bandwurmsätzen mit unermüdlichem Willen mit sendungsbewussten Äußerungen nicht nur daran, die Leichtathletik Sparte „Dreisprung beim Zehnkampf“; sondern auf dem Langen Marsch in eine endgültige Redeform für die Ewigkeit zu verflechten, die Litanei von DDR-Volkskammer Sitzungen, SED Parteitagen, wenn alle Funktionsträger, Ehrengäste namentlich in nüchtern in getragenerer Sprache in Moll erwähnt, Grußadressen der Solidaritä in alle Welt und alles, was da kreucht und fleucht nach Kleinkleckersdorf, anstehend abzusegnende Programmatik, die in Moskau vorgegeben, leidenschaftslos langatmig bis zur Ermattung der Anwesenden Ausdruck gegeben wurde, mit der Litanei der katholischen Kirche, Gewrkschaften, Verbände, den Bonner CDU/CSU/SPD/FDP Veteranengesänge in allen Rängen, bei Fanfaen und Trompeten, Fürbitte Gebete den lieben Brüdern und Schwestern im fernöstlichen Drüben Parteitag-, Sonntagsreden, all das mit aphrodisierendem Sportjournalistik Impetus weltmeisterlichen Elan olympisch angereichert, den er bei der BZ in Westberlin mit ihren Zehn Axel-Cäsar Springer Geboten vor dem Berliner Mauerbau 13. August 1961 neun Monate lang verinnerlicht und nie vergessen hatte, auf dem Weg normativ faktisch dialektisch unaufhaltsamer Kraft zur nationalen Einheit Deutschlands als gelernter Industriekaufmann von der Pieke auf mit betörendem Duft, dem sinnlichen Hauch von Sexualökonomie in Werkshallen, Prodktionsstätten, an Schulen, Hochschulen, im Plattenabau zu verbinden.

„Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!“

Ob er sich eigentlich bedroht fühle?, fragt der Journalist Alfred Willi Rudi Dutschke in seiner TV-Dokumentation – Deutsche Lebensläufe – Anfang April 1968.

Rudi Dutschke reagiert merklich zurückhaltend gespielt gelassen auf die Frage.

Er fühle sich „persönlich überhaupt nicht bedroht“, antwortet der 28-Jährige undogmatische Sozialist, SDS-Studentenführer, der für die Öffentlichkeit binnen Monaten nach dem Tod des Studenten Benno Ohnesorg (*1943) am 2.Juni 1967 während des Schah Besuchs in Westberlin bei Demonstrationen durch den Polizeikommissar in Zivil vom Westberliner Staatsschutz Karl-Heinz Kurras (1927-2014) mit besonderem Auftrag erschossen wird, die Ikone studentischer Proteste innerhalb antiautoritärer Revolte ist.

Dutschke, als Kriegsdienstverweigerer aus Luckenalde/DDR nahe Ostberlin stammend, gerät in Westberlin, der Frontstadt Insulaner, durch den Vietnamkrieg aufgeheizt Kalten Krieg zur allgegenwärtigen Projektionsfläche allen erdenklich aufbrechenden Hasses des „anständigen“ Deutschlands hüben und drüben.

Mehrfach hat er als Vorsichtsmaßnahme die Wohnung gewechselt, 1968 zuletzt am Cosimaer Platz/Wilmersdorf wohnend.
. Neben die Tür seiner bislang letzten Unterkunft haben Unbekannte „Vergast Dutschke“ in roter Farbe geschrieben, schreibt Pascal Beucker 11.4.2018 in der taz „11. April 1968, 16.35 Uhr am Ku’damm: Das Attentat auf Rudi Dutschke“
.
Trotzdem sei es „eine Übertreibung“, dass in Westberlin so etwas wie eine Pogromstimmung entstanden sei, findet Dutschke. Es ist sein letztes Interview, bevor es geschieht.“

Was Rudi Dutschke, anders als in seinen Tagebüchern seit 1963, ausgerechnet hier nicht erwähnt, er sei sicher, wenn ihm einmal etwas zustoßen sollte, dann sei das von drüben veranlasst.

Gibt es da einen Zusammenhang?, wenn ja, welchen?

Am 9. April 1968, zwei Tage vor dem Anschlag auf Rudi Dutschke am Gründonnerstag 11,4,1968 vor dem SDS-Zentrum Westberlin 31, Ku`Damm 140 durch den ungelernten Gelegenheitsarbeiter Josef Bachmann (24), verkündet der DDR Staatsratsvorsitzende, SED Generalsekretär Walter Ulbricht vor der einberufenen DDR-Volkskammer eine Neufassung der DDR Verfassung vom 7. Oktober 1949 mit sofortiger Wirkung, die in Westdeutschland durch Den Spiegel erst am 15,4,1968 öffentlich bekannt wird.

Warum diese Eile Ulbrichts?, diese Neufassung der DDR.Verfassung ohne bisherige Präambel zur Unteilbarkeit deutscher Nation auf dem Weg zur Deutschen Einheit, und nun 1968 neuem Staatsvolk DDR, nicht am 51 Gedenktag Russischer Oktoberrevolution 1917 ebenfalls wie 1949 am 7. Oktober. sondern vorgezogen bereits am 9.April 1968 verkünden?

Geht es hier um Flankenschutz, operative Abgrenzung der DDR vom Prager Frühling, der seit Februar 1968 spektakulär in die Blüte schlägt, erste Früchte trägt und Moskau schweigt, bis es dann am 22. August 1968 nicht zuletzt auf Drängen des DDR-Politbüros durch den Einmarsch Wahrschauer Vertragsstaaten Truppen zur Zerschlagung des Prager Frühlings kommt, während US-Präsident Lyndon B. Johnson mitten im US-Präsidentschaftswahlkampf nach der Ermordung Martin Luther King 4.4.1968, des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Robert Kennedy im Juni 1968 den Vietnamkrieg mit Flächenbombardements unter Einsatz des Entlaubungsmittels Agent orange aus der Chemikalien Küche des westdeutschen Boehringer Konzerns, in dessen Vorstand damals der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist, über 550 000 GIs eskaliert.

Das alles geschieht ohne Beteiligung der DDR Volksarmee, die an der Grenze zur CSSR in Alarmbereitschaft und Warteposition verharrt?

Rudi Dutschkes antiautoritär undogmatisch politische Haltung, inklusive sein Bestehen auf der gesellschaftspolitischen Forderrung deutscher Einheit im Sinne Karl Marx mit der Nation als historisch dialektischer Resonanzboden für Revolution, Entwicklungen, ist den DDR Sicherheitsorgan MfS, dem ZK der SED, Polititbüro, voran dem DDR Staatsratsvorsitzende, SED Generalsekretär Walter Ulbricht schon lange ein Dorn im Auge, ohne es sich mit der Anti-Vietnamkrieg Studentenbewegung weltweit, sonders in Westberlin, Westdeutschland verscherzen zu wollen. Was tun?

Was für eine zufällige Abfolge der Duplizität an Ereignissen:

Rudi Dutschke, Stefan Aust sind gerade Ende März 1968 von einwöchigem Besuch in der CSSR zurück, nachdem sie sich ein Bild vom Prager Frühling gemacht haben, mit „Prager Frühlings Blüten im Gepäck“. Vereinbart ist, Rudi Dutschke soll für die Konkret Ausgabe April 68 seine Sicht des Prager Frühlings anhand seiner Eindrücke, dortigen Rede und Unterlagen darstellen, Dutschke gerät in Verzug mit der Lieferung seines Beitrags.

Stefan Aus fliegt deshalb mit einer Panam Maschine, von Hamburg Flughafen Fuhlsbüttel nach Westberlin Flughafen Tempelhof am 11,4,1968 in der Früh, um mit Dutschke alles weitere zu besprechen. Vereinbart ist gegen Mittag Treffen bei einem Italiener am Ku`Damm.

Am 10,3,1968 schreibt Rudi Dutschke in sein Tagebuch;
Warum der Rabehl (Bernd Rabehl) gekommen ist, verstehe ich nicht recht. Er war aber im Gespräch recht freundlich der ganze Krach im SDS schien vergessen zu sein

– hatte Rudi Dutschke die März Rede in Prag gehalten, die vom SDS Mitglied Bernd Rabehl gewünscht war?, nach Dutschkes kritisiert enthusiastischer Rede in Prag Januar 1968? -Wollte Rabehl sich bedanken, oder welchen Grund für diesen Überraschungsbesuch am Westberliner Cosimaerplatz gab es für ihn ansonsten?

Er weiß von meinen Absichten, nach Amerika zu reisen, müsste aber desgleichen von meiner Paris-Einladung wissen.Aber Informationen werden im SDS seit Wochen schier „fraktioniert“ gehandhabt. Wir haben die INFI (Internationale Informations- und Forschungs- Institut) Sache nicht umsonst mit Geldern ermöglicht, die vom Vietnam-Kongress übrigblieben.. Und wie „sauer“ und erneut misstrauisch war der Tillman Fichter in jener Sitzung vor einigen Wochen im SDS…..(Quelle; „Jeder hat sein Leben ganz zu leben“ Rudi Dutschke Tagebücher 1963-1979, Kiepenheuer & Witsch, 2003, S. 70/71, herausgegeben von Gretchen Dutschke )

Am selben Tag 11.4.1968 verübt der ungelernte Gelegenheitsarbeiter Josef Bachmann, aus München kommend, mit dem Ruf „Du dreckiges Kommunistenschwein!“ Anschlag auf Rudi Dutschke vor dem SDS-Zentrum Berlin 31 Ku`Damm 140, einen Ausschnitt aus der Deutschen Nationalzeitung vom 22. März 1968 bei sich.

Woher weiß Josef Bachmann, der bis zur Entdeckung von Stasi Akten 2009 durch Unterdrückung Westberliner Verhörprotokolle Bachmanns als rechtsradikal gesinnter Einzeltäter gilt, dass Rudi Dutschke in diesen Tagen zurück aus Prag in Westberlin ist, dass er sich die teure Reise von München nach Berlin mit der Bundesbahn leistet? Wurde er gebrieft, wenn ja, von wem?

Am 22. August 1968, dem Tag der Okkupation der CSSR durch die Wahrschauer Vertragsstaaten Truppen, ist Rudi Dutschke soweit wieder hergestellt, dass er in sein Tagebuch schrieb:

„……… Bin unruhig, was soll werden mit den Tschechoslowaken? Werden die, wie die Ungarn reagieren? Das wäre Wahnsinn. Was wird die KPI sagen? In der Vietnam Sache waren wir uns einig Jetzt kann der SDS nicht mehr mit der SED zusammen arbeiten-

Gibt es in Zeiten der Bundeskanzlerschaft Kurt-Georg Kiesinger 1966-1969 mit SPD Hardlinern in der Großen Koalition CDU/CSU/SPD über den Interzonenhandel seit 1946 bereits Backchannel Kontakte nach Ostberlin?, von denen Egon Bahr nach dem deutschen.deutschen Grundlagenvertrag 1972 nicht nur mit Ostberlin, sondern Moskau, Washington D C, so schwärmen wird?

Noch ist Reinhard Gehlen BND Chef, Ernst Benda als Bundesinnenminister zuständig für den weisungsgebundenen Verfassungsschutz, Herbert Wehner Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen.

Besteht eine Querfront gemeinsamer Sicherheitsinteressen geheimdienstlich deutscher-deutscher Dienste, die gleichermaßen über die rechtsradikal mobilisiert befahrene Schiene daran arbeiten, Rudi Dutschke, wie auch immer. als deutsch-deutschen Störfaktor auszuschalten, bevor nach seiner Rückkunft aus Prag.am 11.4.1968 seine Blüten des Prager Frühlings Früchte in die studentenbewegten Netzwerke tragen, voran in das Studenten Monatsmagazin Konkret kurz vor Redaktionsschluss der April 68 Ausgabe.

Dem Studenten Magazin „Konkret“ wurde 1964 der Hahn für den Fluss der Moneten der Proleten der seit 1956 (KPD-Verbot) in Ostberlin ansässigen illegalen KPD (Westdeutschland) zugedreht.

Chronologie der Ereignisse:

Am Morgen des 11. April 1968 um 9.10 Uhr steigt Josef Bachmann am Westberliner Bahnhof Zoo (Zoologischer Garten) aus dem Interzonenzug aus München. Er macht sich auf die Suche nach Rudi Dutschke, geht ins Einwohnermeldeamt, erhät als Auskunft die Adresse des SDS Zentrum Berlin 31 Kurfürstendamm 140. Bachmann befragt Taxifahrer, klingelt bei der Kommune I Nestorstraße 14 nahe Ku`Damm, wo ihn Rainer Langhans ebenfalls auf das SDS-Zentrum am Kurfürstendamm 140 verweist.

Dort genau wird Bachmann nachdem er zurück am Bahnhof Zoo vermutlich in der Suppenküche Aschinger Joachimsthaler Straße nahe BILKA Einkaufszentrum eine Linsensuppe, dazu 2 Buletten gegessen hat, am Nachmittag erscheinen.

Josef Bachmann *1944, über vier Jahre jünger als Rudi Dutschke kommt wie Dutschke auch aus der DDR, gilt als Hilfsarbeiter mit unbeständigem Wohnsitz, Arbeitsplatz als Kleinkrimineller Waffennarr mit kurzgeschnitten akkurat gescheiteltem Haar, Verbindungen in die Neonaziszene in Peine. Im Gepäck hat er zwei Revolver, einen im Schulterhalfter unter seiner hellbraunen Wildlederjacke, eine in seiner blau-.grünen Tasche, dazu Munition und in einem braunen Pappumschlag die Deutsche National-Zeitung mit der Überschrift: vom 22. März 1968:

„Stoppt Dutschke jetzt! Sonst gibt es Bürgerkrieg.“,

Unter der Schlagzeile stehen fünf Fotos, aufgereiht wie Fahndungsbilder von Rudi Dutschke, berichtet Stefan Aust in seinem Welt Betrag „Das Attentat“ Gründonnerstag 11,4.2018 als Zeitzeuge vor Ort.

– Stefan Aust hatte sich mit Rudi Dutschke nach gemeinsamer Reise, den Prager Frühling eine Woche in Augenschein zu nehmen, bei einem Italiener am Ku`Damm 11.4. vormittags getroffen, dazu kam Clemens Kuby, Sohn des Publizisten Erich Kuby, „Das Mädchen Rosemarie“ , getroffen. Es ging darum, für einen geplanten Beitrag Stefan Aust im Studenten Monatsmagazin „Konkret“ Hamburg Material zusammen zu tragen –

Gegen 16.35 Uhr begegnen sich Bachmann und Dutschke. Der war zum Ku’damm geradelt, um Material für einen Konkret-Artikel aus dem SDS-Zentrum zu holen und um Nasentropfen für seinen Sohn Hosea-Che zu besorgen. Da die Apotheke noch Mittagspause hat, schreibt Pascal Beucker taz, wartet er auf seinem Fahrrad, als Bachmann auftaucht. „Sind Sie Rudi Dutschke?“, fragt der ihn. Dutschke zögert, dann antwortet er: „Ja.“

Bachmann zieht seinen Revolver aus dem Schulterhalfter und schießt mit dem Ausruf „Du Kommunistenschwein“ einmal. Der Schuss geht in die Wange Rudi Dutschkes, während der sich auf Bachmann stürzt. Es kommt zum Gerangel. Beide fallen zu Boden, Dutschke kann sich befreien, torkelt verwundet blutend weg. Da fallen hinterrücks zwei weitere Schüsse aus der anderen Waffe Bachmanns aus dessen blau-grünen Tasche. Dutschke liegt bereits am Boden er wird in den Hinter Kopf und in seiner Schulter getroffen.

Während Bachmann davonläuft, richtet sich Dutschke schwerverletzte noch mal auf und taumelt blutverschmiert ein paar Schritte, bis er zusammenbricht. Passanten betten ihn schließlich auf eine Parkbank vor dem SDS-Zentrum, schreibt Pascal Beucker. Halb besinnungslos schreit er nach Vater und Mutter, ruft „Mörder“, „Ich muss zum Friseur“ und „Soldaten, Soldaten“.

Bachmann gelingt zunächst die Flucht in en Kellerversteck, er nimmt 20 Schlaftabletten ein, offensichtlich, sich umzubringen. Doch nach wenigen Minuten spürt ihm die Polizei auf. Nach einem Feuergefecht wird er festgenommen, schreibt Aust Die Welt, sein Magen wird in einem Krankenhaus leergepumpt, sein Leben gerettet.

„Ich war so im Hass, ich hatte so eine Wut“, wird Bachmann später als Motiv für seine Tat angeben. Am 24. Februar 1970 bringt er sich in seiner Gefängniszelle um. Zu seiner Beerdigung schickt Dutschke einen Blumenstrauß mit der Aufschrift: „Ein Opfer der Klassengesellschaft.“ (Pascal Beucker taz)

Dutschke überlebt schwer verletzt.

In Notoperationen können ihm im Westend Krankenhaus die Kugeln aus der Schulter und seinem Kopf entfernt werden. Mühselig lernt Dutschke wieder lesen und schreiben: Heiligabend am 24. Dezember 1979 erleidet er in seiner Badewanne in Aarhus/Dänemark als Spätfolge des Anschlags auf ihn durch Bachmann elf Jahre vorher einen epileptischen Anfall. Rudi Dutschke ertrinkt in seiner Badewanne.

Da sich nach Rudi Dutschkes Tod in Aarhus/Dänemark, wie von der Familie Dutschke, der 68er Öffentlichkeit und Sympathisanten gewünscht, für ihn keine Grabstelle in Westberlin findet, überlässt der NS-Widerstandskämpfer, kaiserliche Marineoffizier, U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg, radikaler Pazifist in der Bundesrepublik, Träger Bundesverdienstkreuz, des Lenin-Friedenspreis der UdSSR, Mitglied des Weltkirchenrates, Pastor, Gründer „Bekennender Kirche“ Martin Niemöller ihm seine Grabstelle Berlin- Dahlem St.-Annen-Kirchhof er St.-Annen-Kirchhof.

Das geschieht zum verlautbarten Leidwesen des damals Regierenden SPD-Bürgermeisters in Westberlin, Dietrich Stobbe (1938-2011) , der ein Rudi Dutschke Grab in Westberlin als Pilgerstätte „Rudi, der Kampf geht weiter!“ fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser.

Dort wird Rudi Dutschke am 3. Januar 1980 unter großer öffentlicher Anteilnahme seiner Angehörigen, Anhänger beigesetzt. Sein christlicher Freund, Pastor Helmut Gollwitzer hält die Grabrede.

Martin Niemöller *1899 wird 1984 im Wersener Familiengrab Ostwestfalen beigesetzt
JP

Weitere Quellen:

http://www.taz.de/Archiv-Suche/!5494968&s=&SuchRahmen=Print/
11. April 1968, 16.35 Uhr am Ku’damm: Das Attentat auf Rudi Dutschke

vom 11. 4. 2018
PASCAL BEUCKER

 

http://www.taz.de/!614366/
Entmystifiziert euch!
2011

http://www.taz.de/!657166/
Kein Dämon, kein Heiliger
vom 24. 12. 2004
STEFAN REINECKE
https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2008/april/die-kunst-des-aufstands

Startseite › Archiv › Jahrgänge › April 2008 › Die Kunst des Aufstands
Geschichte
Die Kunst des Aufstands

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&;;dig=2011%2F07%2F12%2Fa0104&cHash=da4c1
taz  12.07.2011    *Die revolutionäre Überwindung der Teilung
http://www.isioma.net/sds120507.html
Michael SonthoferZEITGESCHICHTE
Ein Buch von einstigen SDS-Aktivisten legtdar….

 

http://www.sandammeer.at/rez08/schneiderp-1968.htm
Peter Schneider: „Rebellion und Wahn“
Mein ’68

https://www.noz.de/lokales/lotte/artikel/438678/niemollers-grab-in-wersen-unter-denkmalschutz#gallery&24614&0&438678

26.12.2013, 18:17 Uhr
SPÄTE VERSÖHNUNG
Niemöllers Grab in Wersen unter Denkmalschutz
Von Thomas Niemeyer

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46050200.html
15.04.1968
Neue Verfassung der DDR mit Wirkung vom 9. April 1968
„ARBEITE MIT, PLANE MIT, REGIERE MIT!“

Koloniales Vergessen. Quo vadis Hamburg Kongress für eine Verantwortungsgemeinschaft der Völker

Christa Goetsch über die Aufarbeitung des „kolonialen Erbes“ in Hamburg
263 Aufrufe

Das dunkle Erbe des Kolonialismus | Kulturjournal | NDR
4.538 Aufrufe

Kulturzeit (3sat): Das dunkle Erbe des deutschen Kolonialismus!
855 Aufrufe

 

Auf den Spuren des postkolonialen Berlins
4.088 Aufrufe

Namibia: Eine Heimat – Zwei Welten – Von der Kolonialzeit bis zur Unabhängigkeit – ARD
53.559 Aufrufe

Das koloniale Leben der Deutschen in Namibia (Dokumentarfilm, 2009)
31.117 Aufrufe

Namibia – Land der Formen und Farben (1/3) [Namibia Doku / Dokumentation / Reportage]
22.319 Aufrufe

Das Weltreich der Deutschen (2/3): Sturm über Südwest (2010) [Deutsche Dokumentation / German Docu]
19.035 Aufrufe

Die Kolonialpolitik des Deutschen Kaiserreichs unter Otto von Bismarck 1871-1890 (Imperialismus)
17.633 Aufrufe

wissen2go: Imperialismus/ Kolonialismus

 

Hamburger Kolonialgeschichte begann unter dänischer Flagge in Schleswig-Holstein

„Reparationen nötig“, stellt Petra Scheller in ihrem taz Artikel „Hamburger Kolonialismus“ 5.4.2018 fest und meint damit Reparationen, die die deutsche Gesellschaft, der Staat für das Leid an Leib und Leben der Herero, Nama während der Kolonialherrschaft des deutschen Kaiserreichs 1884-1918 in Südwestafrika, dem heutigen Namibia erlitten hat

Richtig“ Dabei geht es um viel mehr als Symbolpolitik mit Reparationen, Es geht um die fortbestehende Art von Weltökonomie profitgierigen „Schadloshalten“ des Schädigens von Populationen, Umwelt, Raubbau vorhandener Ressourcen statt Entschädigung für erfahrenes Leid an Leib und Leben, Renaturierung von Landschaften. Versetzung in den vorherigen Stand als unveräußerlicher Bestandteil von ;Mikro- und Makroökonomie mit der Aussicht organisch gewachsenes Wachstum zu generieren.

Was im Wege des Kolonialismus Völkerstämmen des Südens, Ostens unserer Kontinente durch sogenannte Nationen des Nordens, Westens als Versklavung, Ausbeutung angetan wurde, setzte sich übergangslos in imperial angestrengt durch europäische Großmächte angezettelten Weltkriege 1914 bis 1945 an Millionen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern fremder Völker der eigenen Bevölkerung systemimmanent entschädigungslos fort. um sich danach im Kalten Krieg,.Koreakrieg, Vietnamkrieg, Ausgrenzung ganzer Teile von Kontinenten vom Weltmarkt, als Kommandowirtschaft eines militärisch-industrieller Komplexes der USA/Nato-Länder/UdSSR/Wahrschauer Vertragsstaaten hinhaltend mit fremdfinanziert hoch-subventioniert überdimensionierten Großprojekten wie den weltweiten AKW-Bau, bis zum Berliner Mauerfall 1989 nach dem GAU im AKW Komplex Tschernobyl 1986 ohne Sinnen noch Trachten für eine neue Art der Weltökonomie zu erschöpfen

Historische Rückschau

Graf Schimmelmann begann in Ahrensburg unweit Hamburg im 18. Jahrhundert unter dänischer Flagge sein Dreiecksgeschäft, Baumwolle, bedrucktem Kattun, „Negersklaven“ nach Nordamerika

Der Beginn erbarmungsloser Profitgier auf den Geschäftsfeldern, die der grassierende Kolonialismus Europas, Nordamerikas in Afrika, Ozeanien, Tasmanien, der Südsee, des russischen Zarenreichs in Sibirien, Kauasien schrankenlos entgrenzt bot, nimmt in Hamburg Mitte des 18. Jahrhunderts unter dänischen Farben Furor und Tempo auf.

Es geht bei der Aufarbeitung des Kolonialgeschichte zu allererst um die Schuld Anerkennung von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Menschenrecht, Völkerrecht, wie wir sie in der UNO Charta verankert, seit 1946 rückwirkend verstehen.

Es geht dabei auch um das desaströs prekäre Verständnis einer bis heute fortbestehend asymmetrisch aufgestellten Weltwirtschaft zu Gunsten des Nordens, Westens, zu Lasten des Südens, Ostens auf den Kontinenten unseres Planeten Erde, auf dem kein Segen liegen kann.

Gerade heute nicht, außer wir, die Bürger der Welt tragen Sorge, Verantwortung für ein Verständnis von Ökonomie, das Automatismen für Entschädigung, Ausgleich im Vermögensverlust-, Schadensfall als unveräußerlichen Bestandteil ausbalancierter Wirtschaft zum Wohl und Gedeih der Menschen, Volker auf dem Weg zur Vereinheitlichung von Lebensverhältnissen begreift entwickelt und durch entsprechend angelegt, monetär unterfütterte, Entschädigungsfonds gewährleistet.

Der Fortschritt erweist sich bisweilen weniger als Schnecke denn als Maulwurf, der in Rückzugsgefechten Fragen aufwirft, die sich Niemand stellt, der sich historischen Faktenlagen verpflichtet weiß.

Wie jetzt aktuelle Fragen in England, die keine sind, die eher dunkle Appelle abbilden, britischem Kolonialismus und imperialer Macht und Herrlichkeit patriotisch nachzutrauern, damit sich solche wirklichen Fragen gesellschaftspolitischer Unwuchten in Englands Royal Family „Kastenmultitude“ selber gar nicht erst stellen, die Royals samt vernetztem Hofstaat mit Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Medien in ihrem Commonwealth of Nation als exclusives Credit Spending Schmarotzerweser zu Lasten eigener Untertanen seit dem 16. 17. Jahrhundert am Geist, Leib und Leben der Völker der Welt mit dem extravagant mörderischen Primat asymmetrischer Weltwirtschaftsverhältnisse, Währungsparitäten, Steueroasen kackfrech vor Küsten Kontinentaleuropas, Malta, Zypern, Isle of Man, in der irischen See, Jersey, u. a. Kanalinseln, Nord- Südamerika, Falklands, Britisch Columbia, Asien, Hongkong, Singapur u. a. gar nicht erst stellen.

Diese heutigen Rückzugsgefechte kolonialer Selbstherrlichkeit, angemaßter Machtvollkommenheit im Denken mancher Intellektueller, denen zum Menschen- , Völkerrecht, einer ausbalancierten Weltwirtschaft, Handel, Wandel, Verkehr erschreckend wenig, zum asymmetrischen Wirtschaften als Ausgeburt von Kolonialismus erstaunlich viel, ja geradezu Phantastisches einfällt. Um mit Hannah Arendts Blick auf die zwischenzeitliche Begeisterung selbst deutsch-jüdischer Intellektueller für den Hitlerismus, das Herrenrassentum, Elitedenken 1933 anzuspielen. passt ins Bild europäisch völkermordender Verdeckungsverbrechen, denn nichts anderes waren und sind die Weltkriege 1914-1945, folgender Kalter Krieg bis 1989.

Seitdem gilt in den USA, Westeuropa das politische Primat monetären Krisenhopping,bei der Staatsfinanzierung als Motor brutaler Deregulierung der Weltfinanzmärkte zu Gunsten der 10 % zu Lasten der 90 %, Ausweiten unerklärt asymmetrisch geführter er Kriege unter Diktion „Militärisch-humane Intervention“ seit Nine Eleven 2001 als sogenannter Krieg gegen den Internationalen Terrorismus in wechselnden Koalitionen Williger Vollstrecker aus dem Umkreis der G 20 Staaten, um sich globalen Historischen Notwendigkeiten, Anforderungen einer Ausgleichs-, Entschädigungsökonomie zu entziehen.

Nach dem preussisch- österreichischen Bündniskrieg gegen das Königreich Dänemark 1864 unter der internationalen Parole

„Schleswig- Holsten ob ewig ungedeelt!“

an dem sich auf Seiten Preußens, Österreichs polnisch nationale Freigeister, als Untertanen rekrutiert, beteiligen ein von Dänemark unabhängig ungeteiltes Schleswig- Holstein zu erkämpfen. Was nicht nur dank des damals hochmodern preussischen Eisenahnnetzes gelang.

Für den Kolonialismus als profitablem Feld für deutsche Geschäftsleute, voran Hamburger Reeder ist das n zunächst keine gute nachricht, entsand doch unerwartet eine schwebende Situation..

Vorher hatte Dänemark Schutztruppen in seinen Kolonien auch für Hamburger Gechäftsleute gestellt, nun war der Schutz der Kolonien zwischenzeitlich zur offenen Frage geworden, die erst nach der Deutschen Reichsgründung 1871, gegen anfänglichen Willen Reichskanzler Otto von Bismarcks, wieder Fahrt aufnahm,

Kaiser Wilhelm II entschied nach seiner Thronbesteigung 1888 mit der Entsendung des Kanonenbootes „SMS Sophie“ zum Schutz ostafrikanischer Kolonien diese Angelegenheit ganz im Sinne der Hamburger Geschäftsleute, Reeder, voran Adolph Woermann (1847- 1911), Albert Ballin (1857- 1918).

Historische Rückschau:
Hamburg verweigert Heinrich Carl Graf Schimmelmann (1724- 1782) in Ahrensburg im Dänischen, argwöhnisch gegenüber Neureichen, zunächst das Bürgerrecht. Dessen ungeachet versteht es Schimmelmann über einen Mittelsmann, heute würde man sagen „Strohmann“, in der Nähe der Hamburger Michaelis Kirche ein repräsentatives Gebäude als prächtiges Geschäfts- und Wohnhaus zu erwerben.

Graf Schimmelmann dreht diplomatisch auf dänische Großmacht Weise weltweit ein Riesen- Rad mit besten Verbindungen zu dem russischen Staatsminister Caspar von Calden. Der Graf kommt insbesondere im Siebenjährigen Krieg (1756- 1763) um Schlesien des Hohenzollern Königreich Preußens gegen die Habsburger k.u.k. Donau- Monarchie Österreich durch Geldgeschäfte, darunter Münzminderung, mit dem Preußenkönig Friedrich II dem Großen zur Finanzierung dessen Auf- und Ausrüstung, Ausstattung seiner Truppen mit Uniformen, Tabak, Spirituosen, zu ungeheurem Vermögen und versteht es im russisch- dänisch „Gottorper Vertrag“, für die Hansestadt Hamburg, zu diesem Zeitpunkt unerwartet, die Reichsunmittelbarkeit zu erringen.

Das Kalkül Dänemarks, Russlands scheint dabei zu sein, den Hafen Hamburgs ohne Gefahr der Einrede regionaler Königs- und Fürstentümer, voran im Niedersächsichen, ungestört im Sinne freien Handels, Wandels. Personen- und Warenvrkehrs nutzen zu können

Der Hamburger Senat ist über diese neue Große Freiheit gegenüber dem Römischen Reich Deutscher Nation im Habsburger Wien so erfreut, dass dieser Graf Schimmelmann im Nachherein unaufgefordert 20 000 Taler für seine Beratertätigkeit zahlt und sein Geschäfts- und Wohnhaus den offiziellen Rang „Gottorper Palais“ einräumt ( Quelle: „Matthias Claudius“, Martin Geck, Siedler Verlag, S. 103)

– Das Königreich Dänemark ist damals als Großmacht vor den Königreichen England, Frankreich, Spanien, Portugal, Belgien, der >Reublik Niederlande weltweit führend im „Neger- Sklavenhandel“. Graf Schimmelmann in Ahrensburg im Staate Dänemark gilt bald als der erfolgreichste Sklavenhändler und gleichzeitig Industrieller, der in Wandsbek Mühlen und Fabriken mit bis zu 1500 Manufakturarbeitern unterhält. –

Die Folge war, dass es 1778 Klagen gab, die Wandse sei mit Baumwollmanufakturen, lederverarbeitenden Betrieben dermaßen überbaut, dass diese für Spaziergänger nicht mehr zu sehen. das Wasser des Dorfbachs Wandse, einem Nebenfluß der Alster, von ungefiltert eingelassener Bleiche bedruckten Kattuns für den Export in die Kolonien.ungenießbar gen Himmel stinkt –

Graf Schimmelmann versteht, dass das seit dem Ablasshandel der Fuggers, Welsers mit dem Papst Leo II zur Finanzierung des Petersdom zu Rom (1495- 1595) aus der Taufe gehobene Dreiecks- Geschäft gnadenlos in Schwung zu bringen ist, Sklaven in die Südstaaten Nordamerikas zu verschiffen, auf die dortigen Baumwollplantagen zu verkaufen, nach Wandsbek Baumwolle importiert, zu bedrucktem Kattun zu verarbeiten und dieses wiederum nach Afrika, in die Südsee unter dänischer Flagge zu exportieren, um dort mit Händlern „Kattun gegen Sklaven“ einen profitabel regen Handel zu betreiben.

Der Graf hält sich sieben „Haus Neeger“, im Schloss Ahrensburg, später im neu erbauten Schloss Wandsbek, wie es damals im „Wandsbecker Bothen“ des Dichters Matthias Claudius (1747. 1815) heißt , einer stehe seiner Tochter fürs Spielen zu Diensten. Der Graf lasse von sich selber mit einem schwarzen Sklaven, dessen Wert er mit 1000 Talern beziffert, beide gekleidet in feinstem Kattun, ein Gemälde anfertigen. Das Gemälde gibt ist heute noch zu besichtigen.

Welche Einstellung hatte Matthias Claudius überhaupt und sonders zum Sklavenhandel seines Arbeitgebers Heinrich- Carl Schimmelmann im Wandsbecker Bothen“?

Das Quellenmaterial scheint dünn.

Zumindest erscheint am 31.08.1773, ein Jahr nach dem entsetzlichen Strafgericht gegen den Wirtschafts- und Sozialreformer den Königllichen Hofrat des dänischen Königs Christian VI zu Kopenhagen, dem vormaligen Altonaer Armenarzt Johann- Friederich Struensee (1737- 1772) nach dessen gescheitertem Versuch der Abschaffung dänischen Sklavenhandels, gutsherrlicher Gerichtsbarkeit, Frohn ohne Lohn, Folter, öffentlicher Pranger, Anger, aus Matthias Claudius Feder im „Wandesbecker Bothen“ ein Gedicht , das als erste Kritik an der Sklaverei durch einen damals dänischen, heute deutschen Lyriker gilt.

Matthias Claudius

Der Schwarze in der Zuckerplantage

Weit von meinem Vaterlande
Muß ich hier verschmachten und vergehn,
Ohne Trost, in Müh‘ und Schande;
Ohhh die weißen Männer!! klug und schön!
Und ich hab‘ den Männern ohn‘ Erbarmen
Nichts getan.
Du im Himmel! hilf mir armen
Schwarzen Mann!

Ob das eine fein gewobene Weise Matthias Claudius war, aus Loyalitätsgründen gegenüber seinem Arbeitgeber ohne sichtbare Rebellion, still und unspektakuär des furchtbaren Strafgerichts in Kopenhagen gegen den Armenarzt aus dem dänischen Altona Johann- Friedrich Struensee im Jahr davor zu gedenken?

Oder war es eines jener unaufdringlich bestimmten Bekehrungsgedichte Matthias Claudius u. a. Autoren in jenen Jahren, die gern gelesen, mit missionarischem Eifer sich recht häufig ein Bildungsbürger Stelldichein gaben, aus einem gottesfernen Schwarzen, einem unleidlich liderlichen Wilden, der versklavt, dem „Tode geweiht“, vor das Antlitz Gottes tritt, beim Übergang vom Leben zum Tode einen gläubigen Christenmenschen zu machen?

Namen kolonialer Schande in Hamburg

Sie hinterließen als der „Schrecken von Kamerun“, als „Direktor des Sklavenhandels“ ihren Fußabddruck in der Kolonialgeschichte Hamburgs. Darunter Geschäftsleute, Reeder, Kapitäne, Steuermänner auf Sklavenschiffen, Kommendierende unbarmherzig blutiger Menschenhatz und „Strafexpeditionen“ gegen sogennnte aufständische Stämme in den Kolonien.

Was erst langsam ins Bewusstsein der Hamburger rückt: Diese Männer, sind durch ihre schändlichen Gräueltaten an fernen Gestaden in kolonialisierten Ländern zu obskurem Ruhm gelangt und sind, man will es nicht glauben, auch heute noch Namensgeber Hamburger Straßen.

Lothar von Trotha Wohnheim für Soldaten der Bundeswehr Führungsakademie und Hochschule Helmut Scjhmidt

Der Dominikweg in Hamburg- Jenfeld (Benennungsjahr 1947):

Hans Dominik (1870-1910) war ein Rassist alter Schule. Sein Grundsatz: „Die Neger müssen wissen, dass ich der Herr bin und der Stärkere; solange sie das nicht glauben, müssen sie es eben fühlen, und zwar hart und unerbittlich, so dass ihnen für alle Zeiten das Auflehnen vergeht.“

Als Chef der „Kaiserlichen Schutztruppe“ in Kamerun leitete der Offizier Dominiks Grundsatz: „Die Neger müssen wissen, dass ich der Herr bin und der Stärkere; solange sie das nicht glauben, müssen sie es eben fühlen, und zwar hart und unerbittlich, so dass ihnen für alle Zeiten das Auflehnen vergeht.“

Hans Dominik führte als Kommendierender der „Kaiserlichen Schutztruppe“ mit wilhelminischem Zwirbelbart in Kamerun gnadenlos ungezählte „Säuberungs- und Strafaktionen“ gegen die Eingeborene Stämme durch.

Mit dem Ruf „Waidmannsheil“ begab sich Hans Dominik nach eigenem Bekunden sündenstolz auf Menschenjagd. Im Ergebnis war mancher Stamm danach „kaum mehr als dem Namen nach vorhanden“. Mit der Nilpferdpeitsche unterm Arm stolzierte der schneidige Brandenburger durch Straßen, Gassen afrikanischer Städte, Dörfer.

In Dörfern von Aufständischen hetzte Dominik, der bald zu recht den Beinamen „Der Schrecken von Kamerun“ verdient hatte, seine sudanesischen Hilfs- Söldner auf die Menschen los. Fasziniert schrieb er über das Wüten seiner Soldateska: „Echt afrikanisch – mit dem Bajonette – hatten die Sudanesen gearbeitet.“ Bei seinen Strafaktionen habe er „die Bestie im Menschen entfesselt gesehen“.

Die Walderseestraße in Hamburg- Othmarschen (Benennungsjahr 1903):

Alfred von Waldersee (1832-1904) war ein preußischer Generalfeldmarschall. Der Vorzeige-Offizier (einige nannten ihn „Weltmarschall“) war unter anderem Oberbefehlshaber der europäischen Truppen, die den Boxeraufstand in China (1900/01) unter den Rufen „The Germans to the front!“ niederschlugen. Dabei unternahm Waldersee blutige „Strafexpeditionen“ gegen Aufständische und exekutierte so die von Kaiser Wilhelm II. geforderten Vergeltungsmaßnahmen „Pardon wird nicht gegeben!“.

Die Nettelbeckstraße in Hamburg- Bahrenfeld (Benennungsjahr 1913):

Joachim Nettelbeck (1738-1824) machte sich historisch als großer Seefahrer und deutscher Volksheld einen legendären Namen Legendär ist die unter seinem Mitwirken, gelungene Verteidigung der zur Festung erklärten Stadt Kolberg in Pommern an der Ostsee gegen französische Truppen (1807). Das ist aber nur die eine Seite der Wahrheit über das Leben und Wirken Nettelbecks.

Die andere Seite der Wahrheit ist, Nettelbeck war Steuermann auf einem Sklavenschiff: Vor der afrikanischen Küste kommandierte er Boote, von denen aus Waffen, Tabak, Schnaps und Textilien bei örtlichen Machthabern gegen Sklaven eingetauscht wurden. Baumwoll- und Tabakmanufakturen, Destillen für die Produktion und den Export von Kattun, Tabak Spirituosen gab es damals in und rings um Hamburg zu Hauf, unter anderem unter dem scheinbar untadelig adeligen Familien Label „Graf Schimmelmann“ in Wandsbek

Der Schimmelmannstieg in Hamburg- Jenfeld (Benennungsjahr 1945):

Die Schimmelmanns waren eine Diplomaten- und Kaufmanns-Familie. Heinrich Carl von Schimmelmann (1724-1782) galt als einer der größten Sklavenhalter seiner Zeit. Allein auf seinen Zuckerrohr-Plantagen in der Karibik schufteten mehr als 1000 „Neger“. Sein Sohn Ernst Heinrich von Schimmelmann (1747-1831, war Direktor der „Dänisch-Westindischen Handelsgesellschaft“, die sich vor allem auf den „Negerhandel“ spezialisiert hatte. Schnell galt er als der „Direktor des Sklavenhandels“. Auch die Schimmelmannallee und die Schimmelmannstraße (beide Jenfeld) wurden nach der Familie benannt.
HFR

Die Wißmannstraße in Hamburg- Wandsbek (Benennungsjahr 1950):

Hermann von Wißmann (1853–1905), Major, Schutztruppen-Kommandeur und Gouverneur von Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi), war dafür bekannt, mit allen Mitteln die deutschen Interessen durchzusetzen. Bei einer Reise erschoss er eigenhändig mehrere Afrikaner, die ihn am Weitermarsch hindern wollten. Wißmanns Wahlspruch: „Finde ich keinen Weg, so bahne ich mir einen.“ Ein Beispiel für seine gefürchteten „Strafexpeditionen“: Der Chef der Kibosho hatte es gewagt, die kaiserliche Flagge vom Mast zu reißen. Der Stamm zahlte dafür mit 200 Toten.
Quelle: HFR

Während Nazi-Größen und andere umstrittene historische Personen der Geschichte inzwischen nahezu restlos aus den Straßenregistern Hamburgs gelöscht wurden, sind die Verbrecher aus Kolonialzeiten in Hamburg noch immer durch Straßennamen prominent vertreten.

Die Organisation „Freedom Roads“ (freedom-roads.de) hat eine Liste von 114 Hamburger Straßennamen erstellt, die einen „eindeutigen Kolonialbezug“ haben.

Bei vielen Namensgebern handelt es sich um Geschäftsmänner, die in deutschen Kolonien (mal mehr, mal weniger fragwürdigen Geschäften nachgegangen sind. Andere, wie Hans Dominik, Joachim Nettelbeck, Alfred von Waldersee, Hermann von Wißmann oder die Familie Schimmelmann, stehen exemplarisch für das Leid, das im Namen Deutschlands in Übersee angerichtet worden ist.

„Durch diese Namen werden in Hamburg lebende Afrikaner täglich auf zynische Weise an das Leid ihrer Vorfahren erinnert“, sagte Cornelia Stoye von der GAL Wandsbek. „Das ist eine Tatsache, die nicht akzeptabel ist. Schon gar nicht im Jahr 2011″, sagte Cornelia Stoye im gleichen Jahr gegenüber Malte Steinhoff von der Hamburger Morgenpost (MOPO).“ Für die „Entkolonialisierung“ der Straßennamen lassen sich allerdings in Hamburg und andernorts nur schwer politische Mehrheiten organisieren. Aber es gelingt.

1968 protestieren Studenten der Universität Hamburg, deren Gründung durch das Kolonialinstitut 1908 ihnen ohnehin äußerst suspekt ist, gegen das Standbild General Hermann von Wissmanns im vollen Wichs kaiserlicher Schutztruppen in Bronxe gegossen auf gemetztem Steinsockel und fordern, das Standbild muss wegl.

Das Hauptargument der Gegner dieser Forderung: „Jede geschichtliche Epoche hat ihre Berechtigung, auch der Kolonialismus“, sagt Silke Bertram von der Wandsbeker CDU im jahr 2011. „Wir sollten die Geschichte nicht generationsweise neu umkrempeln und neu kommentieren.“ Hinzu komme, dass Umbenennungen „höchst kostenintensiv“ seien. Die Änderung eines Straßennamens kostet etwa 10000 bis 20000 Euro. Dennoch, so Bertram gegenüber der MOPO, könne es in einigen „sehr schwerwiegenden“ Fällen angebracht sein, die Straße umzubenennen.

In München haben sich Gegner und Befürworter derweil auf einen Modus verständigt: Unter den Straßenschildern wurden kleine Zusatztafeln angebracht, auf denen die geschichtsträchtigen Namen erläutert werden. Auf diese (kostengünstige) Weise „entschärfte“ die Stadt vor zwei Jahren gleich 28 Kolonial- Straßen auf einen Schlag. Seitdem erfahren beispielsweise die Besucher der Dominikstraße in München-Bogenhausen, dass der Namensgeber „als Offizier verantwortlich für brutale Unterdrückungsmaßnahmen, Hinrichtungen und amtlich angeordnete Massaker in der deutschen Kolonie Kamerun“ gewesen ist.

Bei Anwohnern in München hielt sich die Begeisterung über neue Plakette an bestimmten Straßenschildern in Grenzen. Einige klagten beim Stadtrat, sie fühlten sich nun „in eine Dunkeldeutschland Ecke“ abgestellt.
JP

https://colonial-amnesia-quovadishh.eu/
2. Transnationaler Herero & Nama Kongress
Koloniales Vergessen: Quo Vadis Hamburg?

http://www.abendblatt.de/hamburg/altona/article207102193/Streit-um-die-Walderseestrasse-in-Othmarschen.htmll
Home – Hamburg – Altona – Streit um die Walderseestraße in Othmarschen
29.02.16

http://www.mopo.de/hamburg/benannt-nach-sklavenhaendlern-und-moerdern-das-sind-hamburgs-strassen-der-schande-17425670
Benannt nach Sklavenhändlern und Mördern Das sind Hamburgs Straßen der Schande
Von Malte Steinhoff 05.04.11, 11:27 Uhr

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/matthias-claudius-gedenkjahr-2015
JOACHIM PETRICK 30.12.2014 | 16:53 13
Matthias Claudius Gedenkjahr 2015
Wandsbecker Bothe Im Januar 2015 vor 200 Jahren starb der Dichter Matthias Claudius in der damaligen dänischen Stadt Wandsbeck, zwischen Lübeck und Hamburg, heute Hamburg- Wandsbek.

Hartz IV Änderung, Abschaffung ja, aber mit rechtlicher Aufarbeitung

Oskar Lafontaine redet Tacheles über Hartz IV / Agenda 2010
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Christoph Butterwegge: Warum werden die Reichen immer reicher, und die Armen immer zahlreicher?
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Armut in Deutschland: verdrängt, beschönigt, entsorgt. Christoph Butterwegge und Pia Zimmermann
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Eine Reform und ihre Folgen
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Hartz 4: Zwangsarbeit, Obdachlosigkeit & Armut per Gesetz – Interview mit Christoph Butterwegge

Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Armut in einem reichen Land, Deutschland 2016
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Zur Kritik an Hartz IV & zur Geschichte des deutschen Sozialstaats (2015)
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Wenn Grünen-Chef Robert Habeck sagt: „Die Zeit ist über Hartz IV hinweg gegangen.“ kündet das womöglich weniger von Veränderungswillen sondern mehr vom Geist, der mit der zu einseitigen Lasten der Arbeitnehmer zu Gunsten staatlicher, privater Arbeitgeber Arbeitsmarktreform Agenda2010/Hartz IV Gesetze aus der Flasche gelassen wurde?, über verfassungsrechtlich garantierte Bestandsrechte auf Forderungseigentum – Begriff bei Professor Paul Kirchhoff –  nach Treu und Glauben hinwegzugehen, um sich einer historisch verantworteten Aufarbeitung dieses Prozesses seit dem 5. März 2003. dem Jahr der Einführung der Agenda2010/Hartz IV Gesetze zu entziehen?

Denn mit der Agenda2010/Hartz IV Gesetzen und hier mit dem Arbeitslosengeld II wurde ein prekärer Paradigmenwechsel zu einseitigen Lasten von Privathaushalten vollzogen, weg von der ausschließlich einkommensabhängigen Arbeitslosenhilfe, den berufsbezogenen Lebensstandard zu sichern nach Auslaufen des Versicherungsanspruchs auf Arbeitslosengeld hin zum einkommens- und dazu vermögensabhängigen Arbeitslosengeld II als Verarmungsmotor breiter Schichten,,das den berufsbezogenen Lebensstandard nicht mehr gewährleistet, die, anders als zuvor, bereits nach einem Jahr Bezug des Versicherungsanspruch auf Arbeitslosengeld I ihr Restvermögen vorm unzureichenden Schonvermögen – bis zum Rentenantrittsalter  500 €/Person/Lebensjahr, danach pauschal altersdiskriminierend etwa 2.900 €/Person – für die Altersvorsorge verfrühstücken müssen, um Antrag auf Hartz IV Leistungsbezug stellen zu können und sei es als Hartz IV Aufstocker, weil sie sich, genötigt von der Arbeitsagentur und ihren Lebensverhältnissen auf Niedriglohnbeschäftigung einlassen müssen.

Hartz IV wurde zum Unwort des Jahres 2004.

Dessen ungeachtet, malte Stern Kolumnist Hans-Ulrich Jörges in einem seiner wöchentlichen Zwischenrufe 2006 ein paradiesisch anmutendes Bild von der Arbeitsmarktreform Agenda2010/Hartz IV Gesetzen mit der Überschrift „Der Kommunismus hat gesiegt“ als Honigroute für leistungslosen Bezug des Arbeitslosengeldes II.

Bevor die Hartz IV Gesetze geändert, gar abgeschafft werden, um in neuem Gewande europaweit entsetzliche Urständ zu feiern, sollte Raum geschaffen werden begleitend eine historisch rechtlich bewertende Aufarbeitung vorzunehmen.

Warum?, damit der Bundesregierung unter Wahrnehmung der verfassungsrechtlich verankerten Schuldenbremse fiskalisch gestaltend ein Zeitfenster geöffnet wird für etwaige Entschädigungsforderungen Betroffener Rücklagen zu bilden.
Betroffene sind, neben Hartz IV Leistungsbeziehern und abgewiesenen Antragstellern auf Leistungen, sind, angesichts der Disparitäten im Welthandelsvolumen lt. OECD., Weltbank, IWF, WTO, bei einem wachsend deutschen Handelsbilanzüberschuss von 300 Milliarden €/anno andere Weltmarktpartner, die mit Handelsbilanzdefiziten zu kämpfen haben, insbesondere innerhalb der EU die sogenannten GIPS-Staaten (Griechenland, Italien, Portugal, Spanien) .

Allein seit 2010 sind es 18,2 Millionen Hartz IV Leistungsbezieher, Privathaushalte mit abgewiesenen Anträgen nach SBG III nicht gerechnet.
JP

 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/hartz-iv-grosse-mehrheit-will-grundsaetzliche-aenderung-beim-arbeitslosengeld-ii-a-1201002.html
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Dienstag, 03.04.2018 14:56 Uhr
Große Mehrheit will Hartz IV grundlegend ändern

Vor 50 Jahren am 4.4.1968 wurde Friedensnobelpreisträger Dr. Martin Luther King jr. in Memphis erschossen

LK “ Last Speech“ 1968
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I Have Been to the Mountaintop Full Speech
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artin Luther King „I Have Been To The Mountaintop“ Full Speech
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„I have a dream! We shall overcome!”

Martin, vormals Michael- Luther King jr. 1929 -1 968

Dass Martin- Luther King jr, diese Mountaintop Rede, nach anfänglich Bangem Zögern vor 55 Jahren am 28. August 1963 sein Wirken ins weltweite Gelingen der Menschheit ins Gehör gebracht hat, bleibt, neben anderen Reden, Wirken im Namen des Friedens für allgemeines Menschen- , Völkerrecht, Freiheit, Entwicklung, Völkerverständigung und Zusammenarbeit sein unvergessliches Gedenken an ihn

Uns zerrinnt in Deutschland, in der EU, in Europa, Arabien, Afrika, Amerika, Asien, Australien die Zeit, wie sinnlos vergossenes Wasser in den Händen vergeblicher Legislaturperioden hin zur 4. Ausgabe einer Großen Koalition seit 2005 in Deutschland.

Im August 1963 waren es keine 56 Monate mehr bis Martin Luther King vor 50 Jahren am Abend des 4. April 1968 von einem oder mehreren Attentätern auf dem Balkon eines Motels in Memphis Tennessie/Alabama hinterrücks erschossen wurde

Die epochale Stimme,für Gesetzlichkeit, Gleichheit vor dem Gesetz ohne Ansehen der Person, Rasse, Glaubenszugehörigkeit, Geschwisterlichkeit, Versammlungs- , Meinungs- und Pressefreiheit Bürgerrecht, Menschen – , Volkerrecht im Namen des Friedens, die Stimme des Friedensnobelpreisträgers 1964 Dr, Martin Luther King jr. die Stimme der Mountaintop Rede „I have a Dream“ vor 250 000 Teilnehmern am 28. August 1963, 16.20 Uhr nordamerikanischer Ostküstenzeit. auf den Stufen des Lincoln Memorial vor dem Capitol in Washington D.C. war verstummt.

Die unmittelbare Folge des Attentats auf Martin Luther King war im beginnenden US.Präsidentschaftswahlkampf 1968 bundesweite Massen Proteste, Krawalle, Plünderungen, brennende Autos, bürgerkriegsähnliche Zustände, unverhältnismäßige Polizeigewalt, 40 Tote, 3000 Inhaftierte nach dem 4.4. hin zu einer globalen Radikalisierung, Militarisierung, Spaltung der Bürgerrechtsbewegung.

Am Gründonnerstag 10. April 1968 verübte der Hilfsarbeiter Josef Bachmann, in einer Hand eine BILD-Zeitung in der anderen Hand eine Pistole ein Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke in Westberlin. 3 Monate später wurde der Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten Robert Kennedy erschossen.

„I have a dream!“

Damals, wie heute, haben in den USA prekäre Arbeitsverhältnisse, Vermögens- und Bildungsferne, Armut, Elend, Not, juristisch- soziale Ausgrenzung nach wie vor vor allem die dunkle Hautfarbe von Amerikanern mit afrikanischer, indianischer, Latino- Herkunft, jahrhundertelang zurückliegendem Migrations- Hintergrundgeschichten, die die staatlichen, privaten Haftanstalten in steigender Zahl wg. Wiederholung von Bagatelldelikten als Billigarbeitskräfte füllen.

Während die anschwellend vergleichbar zu beklagenden Verhältnisse in Europa eine geografische Dimension abbilden, eine Frage der Sprachen, unterschiedlicher Wirtschafts- Kultur des Südens und Nordens Europas ist, die in ihren Auswirkungen historisch und gegenwärtig bis in die Länder Arabiens, des Nahen Ostens,Nordafrika, verwurzelt sind.

Millionen Flüchtlinge in aller Welt erleben alltäglich die Ferne globaler Verantwortungsgemeinschaften für Gesetzlichkeit, Gleichheit vor dem Gesetz, ohne Ansehen der Person, vergleichbar sichere Lebensverhältnisse, Rechtschaffenheit von Amtsträgern, an deren prägend allmächtige Spitze entwickelte G- 8 Staaten, die USA, die EU, Russland stehen.

Die Humane Katastrophe in Syrien, Jemen, Sudan, Kongo, Afghanistan hat, trotz und wg. der Arabellion, wg. des arabischen Frühlings 2011 in Tunesien, Libyen, Ägypten, die Regierungen der Länder Europas, voran Deutschlands schwarzgelber Bundesregierung 2009-2013 dann schwarzroten Koalition unter der Richtlinienkompetenz der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, angesichts von Millionen unterversorgt syrischer Flüchtlingen in Jordanien,Irak, Türkei, Iran, Libanon von einer handlungsunwiligen Duldungsstarre in ein vorsätzlich massives Organisationsverschulden,verwandelt, dass, Jean Ziegler, der einstige UNO-Ernährungsbeauftragten beim Wort genommen, den Anfangsverdacht des Straftatbestand organisierten Verbrechens erfüllt.

Der Opposition im Deutschen Bundestag fehlen die politischen Träume, Visionen, fehlt, außer einigen MdBs, darunter Gregor Gysi, Hans- Christian Ströbele seit 2017 nicht mehr dabei, an prominenter Stelle,der Mut, sich den parteiübergreifenden Einladungen der schwarzroten Bundesregierung, unter dem angeblichen Diktat von Sparzwängen, gesetzlich verankerter Schuldenbremse in Bund, Ländern, Kommunen, ihrer Duldungsstarre, ihrem vorsätzlichem Organisationsverschulden,beizutreten, mit politischer Trennungsschärfe, konstruktiv verweigernd, entgegen zu treten

Gerade hatte damals am 28. August1963 gegen 16. 20 Uhr die große Gospelsängerin MahaliaJackson, neben ihr auf der Bühne, Joan Baez, Bob Dylan u. a.,die nie zuvor in Washington gesehene Menge der über 250.000 Demonstranten, mit ihrem Gospelsong.

„I’ve been buked and I’ve been scorned“.

zu entrücktem Schreien, rhythmischem Stampfen, Trampeln, Trommelnundavokalen Gesängen des Entzückens hingerissen.

Da duldete sie nicht, dass der letzte Redner dieser legendären Veranstaltung die Stimmung durch kalte Fakten Rhetorik, abgekühlt,einhegte, indem er reine Routine ablieferte.

„Erzähl ihnen von deinem Traum, Martin“,

rief MahaliaJackson über alle Mikrophone laut vernehmlich, als Martin Luther King nach rhetorischer Magerkost zu seinem Sitz zurückkehren wollte,

„erzähl ihnen von deinem Traum!“

Mit diesem verbalen Stupser schob MahaliaJackson Martin- Luther King jr. zum Rednerpult, die Stimmung der über 250 000 Versammelten in der richtigen Tonlage „Einfacher Sprache“, mitreißend, allen zum ewigen Gedächtnis, in Worten aufzugreifen

Die gesamte Veranstaltung war bis zuletzt, mit List und Tücke, Sicherheitsbedenken von innen durch die Administration Washingtons, von außen durch weißfarbig rassistische Terroristen, ungestört, torpediert worden.

Die aufwendig komplizierte und teure Tontechnikanlage war über Nacht zerstört worden, eine neue musste in aller Eile, improvisiert, installiert werden.

Prominente Teilnehmer dachten sogar, im Vorfeld, angesichts drohender Gefahrenlagen durch Rassisten, voran den Ku- Klux- Klan, Massenhysterie, an Absagen, an Rückzug.

In dieser aufgeladenen Stimmung, voller Sinnen & Trachten nach Frieden hier, Gewalt da, war es an Martin Luther King jr., einerseits die Stimmung unter den Versammelten aufzugreifen, andererseits, Öl auf die Wogen der Gewaltbereitschaft in den eigenen Reihen zu gießen.

Dass Martin Luther King jr, diese ergreifende Mountain Top Rede, nach anfänglich bangem Zögern, vor 55 Jahren am 28. August 1963 gelungen ist, bleibt eines seiner unvergesslichen Verdienste, sein Vedienst am Verlauf der Geschichte der Menschheit.

Am 4, April 1968 gegen 18 Uhr wurde Martin Luther King jr, von einem, oder mehreren gedungen weißen Rassisten in der Blues Metropole Memphis/Tennessee/Alabama erschossen

Dr. Martin Luther King jr. Rede am 28. August, 1963 16.20 Uhr nordamerikanische Ostküstenzeit:

Ich freue mich, heute mit euch zusammen an einem Ereignis teilzunehmen, das als die größte Demonstration für die Freiheit in die Geschichte unserer Nation eingehen wird.

Vor hundert Jahren unterzeichnete ein großer Amerikaner, in dessen symbolischen Schatten wir heute stehen, die Emanzipationsproklamation. Er kam wie ein freudiger Tagesanbruch nach der langen Nacht ihrer Gefangenschaft.

Aber hundert Jahre später ist der Neger immer noch nicht frei. Hundert Jahre später ist das Leben des Negers immer noch verkrüppelt durch die Fesseln der Rassentrennung und die Ketten der Diskriminierung. Hundert Jahre später schmachtet der Neger immer noch am Rande der amerikanischen Gesellschaft und befindet sich im eigenen Land im Exil.

Deshalb sind wir heute hierher gekommen, um eine schändliche Situation zu dramatisieren. In gewissem Sinne sind wir in die Hauptstadt unseres Landes gekommen, um einen Scheck einzulösen. Als die Architekten unserer Republik die großartigen Worte der Verfassung und der Unabhängigkeitserklärung schrieben, unterzeichneten sie einen Schuldschein, zu dessen Einlösung alle Amerikaner berechtigt sein sollten. Dieser Schein enthielt das Versprechen, dass allen Menschen — ja, schwarzen Menschen ebenso wie weißen — die unveräußerlichen Rechte auf Leben, Freiheit und der Anspruch Glück garantiert würden.

Es ist heute offenbar, dass Amerika seinen Verbindlichkeiten nicht nachgekommen ist, soweit es die schwarzen Bürger betrifft. Statt seine heiligen Verpflichtungen zu erfüllen, hat Amerika den Negern einen Scheck gegeben, der mit dem Vermerk zurückgekommen ist: „Keine Deckung vorhanden“. Aber wir weigern uns zu glauben, dass die Bank der Gerechtigkeit bankrott ist. Wir weigern uns zu glauben, dass es nicht genügend Gelder in den großen Stahlkammern der Gelegenheiten in diesem Land gibt.

So sind wir gekommen, diesen Scheck einzulösen, einen Scheck, der uns auf Verlangen die Reichtümer der Freiheit und die Sicherheit der Gerechtigkeit geben wird. Wir sind auch zu dieser merkwürdigen Stätte gekommen, um Amerika an die grimmige Notwendigkeit des Jetzt zu erinnern.

Jetzt ist nicht die Zeit, in der man sich den Luxus einer „Abkühlungsperiode“ leisten oder die Beruhigungsmittel langsamen, schrittweisen Fortschritts einnehmen kann. Jetzt ist die Zeit, die Versprechungen der Demokratie Wirklichkeit werden zu lassen. Jetzt ist die Zeit, aus dem dunklen und trostlosen Tal der Rassentrennung aufzubrechen und den hellen Weg der Gerechtigkeit für alle Rassen zu beschreiten.

Jetzt ist die Zeit, unsere Nation aus dem Treibsand rassischer Ungerechtigkeit zu dem festen Felsen der Brüderlichkeit emporzuheben. Jetzt ist die Zeit, Gerechtigkeit für alle Kinder Gottes Wirklichkeit werden zu lassen. Es wäre verhängnisvoll für diese Nation, wenn sie nicht die Dringlichkeit der gegenwärtigen Lage wahrnehmen würde. Dieser heiße Sommer berechtigter Unzufriedenheit des Negers wird nicht zu Ende gehen, solange nicht ein belebender Herbst der Freiheit und Gerechtigkeit begonnen hat.

1963 ist kein Ende, sondern ein Anfang. Wer hofft, der Neger werde jetzt zufrieden sein, nachdem er Dampf abgelassen hat, wird ein böses Erwachen haben, wenn die Nation wieder weitermacht wie vorher.

Es wird weder Ruhe noch Rast in Amerika geben, bis dem Neger die vollen Bürgerrechte zugebilligt werden. Die Stürme des Aufruhrs werden weiterhin die Grundfesten unserer Nation erschüttern, bis der helle Tag der Gerechtigkeit anbricht.

Und das muss ich meinem Volk sagen, das an der abgenutzten Schwelle der Tür steht, die in den Palast der Gerechtigkeit führt: Während wir versuchen, unseren rechtmäßigen Platz zu gewinnen, dürfen wir uns keiner unrechten Handlung schuldig machen.

Lasst uns nicht aus dem Kelch der Bitterkeit und des Hasses trinken, um unseren Durst nach Freiheit zu stillen. Wir müssen unseren Kampf stets auf der hohen Ebene der Würde und Disziplin führen. Wir dürfen unseren schöpferischen Protest nicht zu physischer Gewalt herabsinken lassen. Immer wieder müssen wir uns zu jener majestätischen Höhe erheben, auf der wir physischer Gewalt mit der Kraft der Seele entgegentreten.

Der wunderbare, neue kämpferische Geist, der die Gemeinschaft der Neger erfasst hat, darf uns nicht verleiten, allen Weißen zu misstrauen. Denn viele unserer weißen Brüder — das beweist ihre Anwesenheit heute — sind zu der Einsicht gekommen, dass ihre Zukunft mit der unseren untrennbar verbunden ist. Sie sind zu der Einsicht gelangt, dass ihre Freiheit von unserer Freiheit nicht zu lösen ist. Wir können nicht allein marschieren.

Und wenn wir marschieren, müssen wir uns verpflichten, stets weiter zu marschieren. Wir können nicht umkehren. Es gibt Leute, die fragen diejenigen, die sich selbst der Bürgerrechte verpflichtet fühlen: „Wann werdet ihr endlich zufriedengestellt sein?“ Wir können niemals zufriedengestellt sein, solange der Neger das Opfer der unaussprechlichen Schrecken polizeilicher Brutalität ist.

Wir können nicht zufriedengestellt sein, solange unsere müden Leiber nach langer Reise in den Motels an den Landstraßen und den Hotels der großen Städte keine Unterkunft finden. Wir können nicht zufriedengestellt sein, solange die Bewegungsfreiheit der Neger in erster Linie darin besteht, von einem kleinen Ghetto in ein größeres zu gehen.

Wir können nicht zufriedengestellt sein, solange unsere Kinder ihrer Freiheit und Würde beraubt werden durch Zeichen, auf denen steht: „Nur für Weiße“. Wir können nicht zufriedengestellt sein, solange der Neger in Mississippi nicht das Stimmrecht hat und der Neger in New York niemand hat, den er wirklich wählen möchte. Nein, wir werden nicht zufriedengestellt sein, bis das Recht strömt wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein mächtiger Strom.

Ich weiß wohl, dass manche unter euch hierher gekommen sind aus großer Bedrängnis und Trübsal. Einige von euch sind direkt aus engen Gefängniszellen gekommen. Einige von euch sind aus Gegenden gekommen, in denen ihr aufgrund eures Verlangens nach Freiheit mitgenommen und erschüttert wurdet von den Stürmen der Verfolgung und polizeilicher Brutalität. Ihr seid die Veteranen schöpferischen Leidens. Macht weiter und vertraut darauf, dass unverdientes Leiden erlösende Qualität hat.

Geht zurück nach Mississippi, geht zurück nach Georgia, geht zurück nach Louisiana, geht zurück in die Slums und Ghettos der Großstädte im Norden in dem Wissen, dass die jetzige Situation geändert werden kann und wird. Lasst uns nicht Gefallen finden am Tal der Verzweiflung.

Heute sage ich euch, meine Freunde, trotz der Schwierigkeiten von heute und morgen habe ich einen Traum. Es ist ein Traum, der tief verwurzelt ist im amerikanischen Traum. Ich habe einen Traum, dass eines Tages diese Nation sich erheben wird und der wahren Bedeutung ihres Credos gemäß leben wird: „Wir halten diese Wahrheit für selbstverständlich: dass alle Menschen gleich erschaffen sind.“

Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.

Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages selbst der Staat Mississippi, ein Staat, der in der Hitze der Ungerechtigkeit und Unterdrückung verschmachtet, in eine Oase der Gerechtigkeit verwandelt.

Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. Ich habe einen Traum heute…

Ich habe einen Traum, dass eines Tages in Alabama mit seinen bösartigen Rassisten, mit seinem Gouverneur, von dessen Lippen Worte wie „Intervention“ und „Annullierung der Rassenintegration“ triefen …, dass eines Tages genau dort in Alabama kleine schwarze Jungen und Mädchen die Hände schütteln mit kleinen weißen Jungen und Mädchen als Brüdern und Schwestern. Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt wird. Die rauhen Orte werden geglättet und die unebenen Orte begradigt werden. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden, und alles Fleisch wird es sehen.

Das ist unsere Hoffnung. Mit diesem Glauben kehre ich in den Süden zurück.

Mit diesem Glauben werde ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Missklänge in unserer Nation in eine wunderbare Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln.

Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, zusammen zu arbeiten, zusammen zu beten, zusammen zu kämpfen, zusammen ins Gefängnis zu gehen, zusammen für die Freiheit aufzustehen, in dem Wissen, dass wir eines Tages frei sein werden. Das wird der Tag sein, an dem alle Kinder Gottes diesem Lied eine neue Bedeutung geben können: „Mein Land von dir, du Land der Freiheit singe ich. Land, wo meine Väter starben, Stolz der Pilger, von allen Bergen lasst die Freiheit erschallen.“ Soll Amerika eine große Nation werden, dann muss dies wahr werden.

So lasst die Freiheit erschallen von den gewaltigen Gipfeln New Hampshires. Lasst die Freiheit erschallen von den mächtigen Bergen New Yorks, lasst die Freiheit erschallen von den hohen Alleghenies in Pennsylvania. Lasst die Freiheit erschallen von den schneebedeckten Rocky Mountains in Colorado. Lasst die Freiheit erschallen von den geschwungenen Hängen Kaliforniens. Aber nicht nur das, lasst die Freiheit erschallen von Georgias Stone Montain. Lasst die Freiheit erschallen von Tennesees Lookout Mountain. Lasst die Freiheit erschallen von jedem Hügel und Maulwurfshügel in Mississippi, von jeder Erhebung lasst die Freiheit erschallen.

Wenn wir die Freiheit erschallen lassen — wenn wir sie erschallen lassen von jeder Stadt und jedem Weiler, von jedem Staat und jeder Großstadt, dann werden wir den Tag beschleunigen können, an dem alle Kinder Gottes — schwarze und weiße Menschen, Juden und Heiden, Protestanten und Katholiken — sich die Hände reichen und die Worte des alten Negro Spiritual singen können: „Endlich frei! Endlich frei! Großer allmächtiger Gott, wir sind endlich frei!“

 

[gekürzte Fassung]

[Die – leicht überarbeitete – Übersetzung entstammt dem Internetauftritt des Martin-Luther-King-Zentrums, das eine hervorragende deutschsprachige Webseite mit zahlreichen Informationen zum Friedensnobelpreisträger unterhält: http://www.martin-luther-king-zentrum.de

http://www.dadalos-d.org/deutsch/vorbilder/vorbilder/mlk/dream.htm
Dr. Martin Luther King Jr.

„I have a dream“

[Address at March on Washington, 28 August 1963, in front of 250.000 people at the Lincoln Memorial, see photo on the left]

I am happy to join with you today in what will go down in history as the greatest demonstration for freedom in the history of our nation. [Applause]
In a sense we’ve come to our nation’s capital to cash a check. When the architects of our republic wrote the magnificent words of the Constitution and the Declaration of Independence, (Yeah) they were signing a promissory note to which every American was to fall heir. This note was a promise that all men, yes, black men as well as white men, would be guaranteed the „unalienable Rights of Life, Liberty, and the pursuit of Happiness.“ It is obvious today that America has defaulted on this promissory note insofar as her citizens of color are concerned. Instead of honoring this sacred obligation, America has given the Negro people a bad check, a check which has come back marked „insufficient funds.“ [Sustained applause]
But we refuse to believe that the bank of justice is bankrupt. (My Lord) [Applause. Laughter] (Sure enough) We refuse to believe that there are insufficient funds in the great vaults of opportunity of this nation. And so we’ve come to cash this check, (Yes) a check that will give us upon demand the riches of freedom (Yes) and the security of justice. [Sustained applause]
We have also come to this hallowed spot to remind America of the fierce urgency of now. This is no time (My Lord) to engage in the luxury of cooling off or to take the tranquilizing drug of gradualism. [Applause] Now is the time to make real the promises of democracy. (Now) Now is the time (Now) to rise from the dark and desolate valley of segregation to the sunlit path of racial justice. Now is the time [Applause] to lift our nation from the quicksands of racial injustice to the solid rock of brotherhood. Now is the time [Applause] to make justice a reality for all of God’s children.
But there is something that I must say to my people, who stand on the warm threshold which leads into the palace of justice: in the process of gaining our rightful place, we must not be guilty of wrongful deeds. Let us not seek to satisfy our thirst for freedom by drinking from the cup of bitterness and hatred. [Applause] We must forever conduct our struggle on the high plane of dignity and discipline. We must not allow our creative protest to degenerate into physical violence. Again and again, we must rise to the majestic heights of meeting physical force with soul force. The marvelous new militancy which has engulfed the Negro community must not lead us to a distrust of all white people, for many of our white brothers, as evidenced by their presence here today, have come to realize that their destiny is tied up with our destiny. [Applause] And they have come to realize that their freedom is inextricably bound to our freedom. We cannot walk alone.
And as we walk, we must make the pledge that we shall always march ahead. We cannot turn back. There are those who are asking the devotees of civil rights, „When will you be satisfied?“ (Never). We can never be satisfied as long as the Negro is the victim of the unspeakable horrors of police brutality. We can never be satisfied [Applause] as long as our bodies, heavy with the fatigue of travel, cannot gain lodging in the motels of the highways and the hotels of the cities. [Applause] We cannot be satisfied as long as the Negro’s basic mobility is from a smaller ghetto to a larger one. We can never be satisfied as long as our children are stripped of their selfhood and robbed of their dignity by signs stating „for whites only.“ [Applause] We cannot be satisfied as long as a Negro in Mississippi cannot vote and a Negro in New York believes he has nothing for which to vote. (Yes) [Applause] No, no, we are not satisfied and we will not be satisfied until justice rolls down like waters and righteousness like a mighty stream. [Applause]
I say to you today, my friends, [Applause] so even though we face the difficulties of today and tomorrow, I still have a dream. (Yes) It is a dream deeply rooted in the American dream. I have a dream that one day (Yes) this nation will rise up and live out the true meaning of its creed: „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal.“ (Yes) [Applause] I have a dream that one day on the red hills of Georgia, the sons of former slaves and the sons of former slave owners will be able to sit down together at the table of brotherhood. I have a dream that one day even the state of Mississippi, a state sweltering with the heat of injustice, (Well) sweltering with the heat of oppression, will be transformed into an oasis of freedom and justice. I have a dream (Well) [Applause] that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin but by the content of their character. (My Lord) I have a dream today. [Applause]
And when this happens, [Applause continues] when we allow freedom ring, when we let it ring from every village and every hamlet, from every state and every city, (Yes) we will be able to speed up that day when all of God’s children, black men and white men, Jews and Gentiles, Protestants and Catholics, will be able to join hands and sing in the words of the old Negro spiritual: Free at last! (Yes) Free at last! Thank God Almighty, we are free at last! [Applause]

 

[gekürzte Fassung]

http://www.dadalos-d.org/deutsch/vorbilder/vorbilder/mlk/traum.htm

Dr. Martin Luther King Jr.

http://www.taz.de/Vor-50-Jahren-sprach-Martin-Luther-King/!12264/
Vor 50 Jahren sprach Martin Luther King
Keine Zeit für Kirchenlieder
taz 28.08. 2013

Stimmen 2018er wie 1968er in John Lennons Song 1969 ein „Give Peace A Chance“ ?

John Lennon – Give Peace A Chance [1969] ReWorked
Veröffentlicht am 24.08.2012

Heinz Bude *1954: Eine Analyse der 68er
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Prof. Dr. Bernd Rabehl über die 68er und die Zuwanderung
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Heinrich August Winkler: Kritik an 68er Bewegung
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Anders als 1968 auf dem Weg zum bleiern westdeutschen Herbst 1977 nach prekärem Abschluss Stuttgart Stammheimer Gerichtsprozesse gegen die RAF-Gründungsmitglieder Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Jan-Carl Raspe, deren Berufung wg. Abwesenheit durch Tod amtlich suspendiert wurde, bietet die etablierte Politik, bieten Regierungen, Staatsorgane in Bund. Ländern, 2018 mit elastischer Beinfreiheit versehen, kaum Angriffspunkte, durch Dramata in Spiegel, Zeit. Stern Titelgeschichten, Serien angezettelt, für Kampagnenmacht von unten zu sorgen.
.

Anders als damals müssen sich soziale Bewegungen auf regionaler, nationaler, internationaler Ebene den Thrill an Aufmerksamkeit in den eigenen Reihen und im öffentlichen Bewusstsein selber organisieren und tun es auch, siehe Soziale Medien, Campact Foren Aufrufe, Appelle, Petitionen, siehe Arabellion 2011.

Dabei rankt sich 2018 alles Streben, 1968 Revolution der Theorie, der Praxis, damals wie heute ins unbestimmt Ungefähre zerstreut, wie im Georg Dietz taz Beitrag 3.4.2018 angefragt „Wer sind die 2018er?“, anders als von ihm kolportiert, um denselben Abgrund, denselben Hauptwiderspruch „Arbeit versus Kapital“ wie 1968, zugespitzt im Überfluss an allem einerseits in wenigen Weltregionen für die Wenigen 10 %, anderseits Durst nach sauberem Wasser, Hunger nach Brot, vergebliche Suche nach Bleibe, Beschädigung der Vielen 70 % in der Welt als ungesühnt organisiertes Verbrechen, wie es der einstige UNO-Handlungsbeauftragter Jean Ziegler nennt.

Damals 1968 für Holocaust Überlebende, Millionen Zwangsarbeiter in Europa 1933-1945, wie heute 2018, weit und breit, kein Sinnen noch Trachten regional, global sozialer Bewegungen Automatismen, wie den Europäischen Stabilitäts- Mechanismus (ESM) für systemrelevanten Banken, Versicherungen im Schadensfall, für Notlagen von Millionen Menschen im Krisen- , Kriegs- , Großtechnologie Katastrophenfall aus Gründen sicherheitsrelevanter Vorsorge anzumahnen.

Stattdessen regierungsrelevant asymmetrische Demobilisierung gesellschaftspolitisch kultureller Debattebkultur von oben, einhergehend mit beschwichtigendem Gelächter weltweit aufgestellten Kapitals, ungerichtet ziellosem Gezwitscher, Getwittere, Gezänk,Mobbing Stunk in den Sozialen Medien, das raumgreifend rund um die Uhr als Zeitdieb unterwegs ist.

Worum geht es 1968 wie 2018?, um ein uneingelöstes Versprechen global aufgestellter Großtechnologie, wie der Chemie, Pharmazie, Atomenergie im Namen sogenannten Fortschrittsglaubens der Wissenschaft Community zur Herstellung von Strom für jede Hütte in der Welt, ohne auf die Anschub- , noch Folgekosten zu schauen für den zivil, militärisch radioaktiv strahlenden Giftmüll, Fallout.

Vor allem wenigstens im Gedenken an den Aufschrei der Wissenschaft Communitiy nach dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima, Nagasaki in Japan am 6. und 9. August 1945 auf Befehl des US-Präsidenten Harry S. Truman (1884-1972) „Mein Gott!, was haben wir getan!“ Regierungen solche Massenvernichtungswaffen an die Hand zu geben, endlich nach den GAUs in Tschernobyl 1986, Fukushima 2011 gemeinschaftlich Verantwortung für Entschädigung Strahlungstoter, Strahlungserkrankter, ihrer Angehörigen, Hinterbliebenen, Sanierung kontaminierter Regionen, umweltschonender Rückbau havarierter und der global 442 noch am Netz befindlicher AKWs, Einrichtung von Endlagern zur Sichrung, Entsorgung des weltweiten Atommülls zu tragen,

Statt globaler Verantwortung für Großtechnologie Chemie, Pharmazie, Atomindustrie fiel am 9. November 1989 „Wir waren überrascht“ zur ablenkenden Erheiterung der Welt vi allem uns Europäern, Deutschen von sichtbarer Hand Günter Schabowskis „Ich glaube sofort!“ die Berliner Mauer, das Ressourcen fressende Konstrukt Kalter Krieg seit 1948 blockübergreifend Ost und West zu beenden.

Von Sieg des Kapitalismus hüben, der Niederlage des Kommunismus drüben, Ende der Geschichte, „Clash of Civilisation“ wurde fabuliert. Dabei war es der gemeinschaftliche „Sieg“ unverminderter Verantwortungslosigkeit in Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, angesichts unerledigt globaler Aufgaben und Herausforderungen, die, urbi et orbi, nach sozialem, inneren, äußeren Frieden verlangen.

Was den 1968ern wie 2018ern gleichermaßen am Herzen zu liegen scheint, verdichtet sich in dem John Lennon Song 1969 gegen den Vietnamkrieg der USA in Südostasien „All we are saying is „Give Peace A Chance!““
JP

 

https://www.taz.de/Aus-taz-FUTURZWEI/!5495208/
Aus taz FUTURZWEI
Wer sind die 2018er?

3. 4. 2018
GEORG DIEZ

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/all-we-are-saying-is-give-peace-a-chance
JOACHIM PETRICK 30.08.2014 | 01:55 133
All we are saying is „Give Peace a Chance“
Ukraine/Irak/Gaza. All we are saying to the People in the World, to Mrs. Merkel, Mr. Hollande, Mr. Sikorsky, Mr. Cameron, Mr. Netahnjahu, Mr. Obama, Mr. Putin, Mr. Poroschenko is Peace

 

Der Weltfrieden unter den Völkern ist ausgebrochen. Es hat nur Niemand bemerkt

Frieden ist der Weg
Der Hamburger Ostermarsch am Osternontag, 02. April 2018
und dessen Auftakt, St. Georgs Kirchhof um 12:00h
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gen Drewermann auf dem Berliner Ostermarsch 2018 Teil1
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merkel | politik aktuell neue: Ostermarsch: Hamburger demonstrieren für Frieden
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John Lennon – Give Peace A Chance [1969] ReWorked
Veröffentlicht am 24.08.2012

 

Seit dem Abwurf der Atombomben auf Hiroshima, Nagasaki in Japan am 6. und 9. August 1945 durch die US-Air Force auf Befehl des US-Präsidenten Harry S. Truman (1884-1972) mit der verheerenden Folge abertausender Soforttoten unter der Zivilbevölkerung, ungezählten Kriegsversehrten, lebenslang Invaliden, um das Vielfache an Menschen, die ohne Aussicht auf eingehend professionelle Behandlung, Entschädigung an Verstrahlungserkrankungen seitdem im Laufe der Jahrzehnte ihrem sozialen Elend, Siechtum von Amtswegen überlassen verstarben, dem Aufschrei weltweiter Atomphysiker Wissenschaft- Community „Mein Gott!, was haben wir getan“, Ausruf des Atomphysikers J. Robert Oppenheimer als wissenschaftlicher Chef des Manhattan Projekt zum Bau der Atombombe, Regierungen über das „Manhattan-Projekt“ solche Massenvernichtungswaffen an die Hand zu geben, die wir verhindern hätten können, ist kriegs- und völkerrechtlich der Frieden unter den Nationen der Welt ausgebrochen.

Sollte es nur Niemand merken, noch erinnern?

Der weltweite Aufschrei der Wissenschaft Community war bereits 1947 verstummt, wie Robert Jungk (1913-1994) in seinem Buch „Trotzdem“ Hanser Verlag, 1993, S. 312 schreibt, siehe dazu auch das Drama „Die Physiker“ Friedrich Dürrenmatt (1921-1990), „In der Sache  J. Robert Oppenheimer“ Heinar Kipphardt (1922-1982), bei der es 1954 vor einem US-Senatsausschuss um den Hauptvorwurf gegen Oppenheimer wg. sogenannt unamerikanischer Umtriebe ging, weil er angeblich zu Lasten der amerikanischen Sicherheit den Bau der Wasserstoffbombe verzögert hatte.

War, um diesen Verstummen des Aufschreis der Wissenschaft Community ungehört zu machen, der Kalte Krieg 1948 als gemeinschaftliche Schuld Verdeckungskampangne Ost wie West in Gang gesetzt worden?

Weil das aber an desinformierender Schuld Verleugnungsmacht gegenüber dem, was in Japan an Kriegsverbrechen geschah, der Wissenschaft Community zur Ausschaltung ihres Gewissens unzureichend erschien, blieb eine Aufklärung über die Risiken der Atomenergie für Mensch, Fauna, Flora, Umwelt, Wasser, Luft, Boden aus.

Der massive Widerstand weltweit aufgestellt konventioneller Kraftwerksbauer und Stromanbieter gegen einen Umstieg von Kohle, Gas, Oel auf Kernenergie musste mit Milliarden Dollar an staatlichen Subventionen entkräftet gebrochen werden.

– in Deutschland sind das inzwischen über 200 Milliarden € seit dem Umstieg –

Wurde von da an die angeblich friedliche Nutzung der Atomenergie propagiert mit heute 442 weltweit vorfinanziert, errichteten, 66 in Bau befindlichen AKWs, in 40 Ländern, ungeachtet entstehenden radioaktiv strahlenden Giftmülls, Fallouts, offensiv erst als „Ultima Ratio“dann seit den GAUs in Tschernobyl 1986, Fukushima 2011 „Non Plus Ultra“ Brückentechnologie über Stromgebühren der Abnehmer, staatlich subventioniert, beworben?

Weshalb heute, nachdem der Kalte Krieg mit dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 für obsolet erklärt, in allgemeine Heiterkeit aufgelöst wurde, seit 2001 unter der Diktion „Krieg ohne Exit Programm gegen den Internationalen Terrorismus“ nach Nine Eleven, wechselnde Koalitionen „Williger Vollstrecker“ des Unrechts asymmetrisch geführte Kriege unter Ethnien, Religionszugehörigkeiten anzetteln und mit der Zentralbanken Politik billigen Geldes zu Lasten der Staatshaushalte und kommender Generationen vorfinanzieren..

Es gibt genug Gründe, jeden Tag im Namen des Aufschreis der Natur aller Kreaturen, was da kreucht und fleucht, für Frieden zu demonstrieren, nicht, weil die Menschen denken, sie könnten den Krieg aus der Welt schaffen, sondern, weil die Menschen alltäglich spüren, wir befinden uns mit unserer Art und Formaten des Wirtschaftens dessen Folgen in einem Krieg gegen die Natur, Elemente, Wasser, Luft, Boden, Klima. Allein, wenn es um die Frage global verschleppter Abwicklung der Atomindustrie zivil wie militärisch geht, deren radioaktiv strahlenden Giftmüll, Fallout weltweit zurückzuführen, zu sichern – havarierter AKW-Komplex Tschernobyl seit 1986, Fukushima seit 2011 – in global verantworteten Endlagern zu entsorgen, braucht es, urbi et orbi, Frieden.

Was ist da los, dass der Deutsche Bundestag 2010, ermutigt durch US-Präsident Barack Obamas Prager Rede 2009, eine atomwaffenfreie Welt anzustreben, mehrheitlich beschließt, in Verhandlungen über den Abzug der US- Atomwaffen auf deutschem Boden in der Eifel, Büchel bei Cochem mit den USA, der Nato zu treten, seitdem aber nichts passiert ist?

Außer, dass sich die Bundesregierung verweigert, dem UNO Atomwaffenverbot 2017, von 122 Staaten beantragt, beizutreten, das in dem Moment rechtskräftig wird, wenn 55 UNO Staaten in ihren Parlamenten dies Verbot ratifiziert haben.

Und nicht nur das. Statt einen Diskurs über den weltweiten Ausstieg aus Atomwaffensystemen, das UNO-Atomwaffenverbot zu fördern, wird im Rahmen der Nato, in den USA, Russland, der GUS, China die Modernisierung von Atomwaffen politisch propagiert, von Teilen der Medien gefordert,

Die USA erwarten bei einem eigenem unverminderten Wehretat von 700 Milliarden US- Dollar/anno ( 4 % BIP), von Nato-Partnern die Aufstockung ihrer Wehretats auf 2 % BIP/anno. Deutschlands Ausgaben für den Wehretat liegt bei gegenwärtig 1.2 % BIP, denen bei der Politik aus einem Guss Außen- , Innen- , Wirtschafts- , Industrie- , Verteidigungs- , Kultur- , Entwicklungspolitik eine belastbare Aussagekraft über das Hütchenspiel von Quer- und Mischfinanzierung fehlt.

Die hoffnungsvolle Nachricht!
Wir werden seit 1, 2 Jahren bei Ostermärschen hierzulande in bisher 30 Städten, in Euopa in 90 Städten immer mehr.
JP

https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Ostermarsch-Hamburger-demonstrieren-fuer-Frieden,ostermarsch342.html
Stand: 02.04.2018 16:11 Uhr – Lesezeit: ca.2 Min.
Ostermarsch: Hamburger demonstrieren für Frieden