Fritz Teufel taz 1980 „Wäre Rudi Dutschke ohne Attentat auf ihn 11.4.1968 RAF-Mitglied geworden“?

Rudi Dutschke – Deutsche Lebensläufe
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Andreas
Am 05.06.2015 veröffentlicht
Alfred Willi Rudi Dutschke, Rufname Rudi (* 7. März 1940 in Schönefeld bei Luckenwalde; † 24. Dezember 1979 in Aarhus, Dänemark), war ein deutscher marxistischer Soziologe und politischer Aktivist. Er gilt als Wortführer der westdeutschen und West-Berliner Studentenbewegung der 1960er Jahre. (wikipedia)

Peter Schneider | Rebellion und Wahn der 68er (NZZ Standpunkte 2008)
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NZZ Standpunkte
Am 21.11.2015 veröffentlicht
Er war 1968 an der Seite von Rudi Dutschke einer der Wortführer der Studentenrevolte in Berlin. Vor kurzem hat er eines der aufschlussreichsten Erinnerungsbücher über diese Zeit geschrieben: der Schriftsteller und Essayist Peter Schneider. Mit ihm diskutieren der NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann und Marco Färber über Idealismus und Verblendung der 68er- Generation und darüber, ob und wie 1968 auch unsere heutige Zeit geprägt hat.

Sendung vom 29. März 2008

Rudi Dutschke: Reden 1966 – 1968
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Rudi rooss
Am 08.12.2013 veröffentlicht
Rudi Dutschke im Juni 1966 über: Rädelsführertheorie / Organisation und Programm des SDS / Gewaltfaktor und gewaltlose Unterlaufung / Kommune / ununterbrochene Revolution / Große Koalition / Provos / Beatles / Kampf auf Leben und Tod? / Auszug aus einer Diskussionsveranstaltung mit Herbert Marcuse am 11.7.1967 in der FU Berlin: Bestimmung des revolutionären Subjekts in den USA und Europa / Rudis Rede auf dem Vietnamkongreß am 17.2.1968 in der TU Berlin

kulturzeit extra – mythos 68 – die revolte und ihre archäologen
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alexomat2
Am 02.07.2012 veröffentlicht
Andres Veiel, Franziska Augstein, Klaus Theweleit, Götz Aly und Axel Honneth streiten lebhaft um die Deutungsmacht über die 68er. Hauptstreitpunkt ist Alys Behauptung, die 68er seien Widergänger der Elterngeneration und dem Faschistenpack ähnlicher, als uns und ihnen lieb sein kann. Theweleit kontert, wird ruppig (0:20:30). Moderation: Cécile Schortmann.
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Nachrichten & Politik
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Retro spezial 1968 Jahr des Aufstands
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Am 05.01.2011 veröffentlicht
Das waren noch Zeiten – über drei Stunden dauerte der Club 2 (ORF) vom 13. Juni 1978 zum Thema „1968 – Jahr des Aufstands“, der auf 3sat ausgestahlt worden ist. Zu Gast waren die 68er-Ikonen Rudi Dutschke und sein Freund Daniel Cohn-Bendit, der Axel Springer Journalist Matthias Walden sowie der Politikwissenschaftsprofessor Kurt Sontheimer. Auf neutralem Boden diskutierten die Protagonisten „open end“ …

Retro spezial 1968 Jahr des Aufstands
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Am 05.01.2011 veröffentlicht
Das waren noch Zeiten – über drei Stunden dauerte der Club 2 (ORF) vom 13. Juni 1978 zum Thema „1968 – Jahr des Aufstands“, der auf 3sat ausgestahlt worden ist. Zu Gast waren die 68er-Ikonen Rudi Dutschke und sein Freund Daniel Cohn-Bendit, der Axel Springer Journalist Matthias Walden sowie der Politikwissenschaftsprofessor Kurt Sontheimer. Auf neutralem Boden diskutierten die Protagonisten „open end“ .
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Günther Jauch im Gespräch mit Fritz Teufel 1988
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Fritz Teufel bei 3nach9 (Radio Bremen)
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Fritz Teufel_1982
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Wäre Rudi Dutschke ohne Attentat auf ihn am 11.4.1968 RAF-Mitglied geworden?
Stefan Reinecke schreibt in der taz 24. 12. 2004 „Immerhin hat auch Fritz Teufel 1980 in der taz – Januar in seinem Nachruf auf den am 24.12.1979 in Aarhus/Dänemark  an den Folgen seiner Attentatsverletzungen vom 11..4,1968 verstorbenen Rudi Dutschke – zu bedenken gegeben, dass Rudi ohne das Attentat an der Seite von Ulrike Meinhof in den Untergrund abgetaucht wäre. Historie im Konjunktiv ist stets glattes Parkett – aber diese Fantasie verriet wohl Teufels Wunsch, mit der Autorität der Figur Dutschke seinen eigenen Irrweg in die Militanz mit etwas Ratio zu schmücken.

Bei dieser Einlassung Stefan Reineckes bleibt allerdings unerwähnt, dass der 2010 verstorbene Fritz Teufel niemals Beteiligung an Gewaltanschlägen nachgewiesen werden konnten, Ganz im Gegenteil, er saß jahrelang unschuldig verdächtigt am Peter Lorenz Geiselnahme 1975 beteiligt gewesen zu sein bis 1980 im Berliner Knast, den bleiern deutschen Herbst 1977 dort „geborgen“ zu überwintern, um dann sein gerichtsfestes A- und B-libi zu präsentieren, dass er 1975 zum indizierten Zeitpunkt Aufenthalt in England hatte.

Jutta Dittfurth wiederum ist in íhrem 2008 erschienenen, 2018 aktualisiert neu aufgelegten Buch „Rudi und Ulrike“ , Untertitel „Du die Stimme, ich die Feder“ der Auffassung, dass Ulrike Meinhof ohne das Attentat auf  Rudi Dutschke vor 50 Jahren am 11.4.1968 nie in den Untergrund gegangen wäre, die RAF zu gründen

Fand RAF Gründung statt, eingehegt vernetzt mit Untergrundorganisation illegaler KPD seit ihrem Verbot 1956 in Westdeutschland, sogar Westberlin entgegen Viermächte Statut, samt deren subversiv militanten „Regimenter“ Flügel, finanziert vom MfS? als Flankenschutz des Prager Frühlings Richtung Westeuropa statt?

Als dann der Prager Frühling durch Truppen der Warschauer Vertragsstaaten am 22. August 1968 in der CSSR ohne Beteiligung der DDR Volksarmee zerschlagen wurde, mit dem Grundlagenvertrag 1972 nach Wechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker im Amt des SED-Generalsekretär und DDR-Staatsratsvorsitzenden unter der Schirmherrschaft Moskaus eine neue Phase deutsch- deutscher Entspannungspolitik eingeleitet war, wurde da das Projekt RAF offiziell von „Unbekannt“ abgeblasen?, lief dann aber wie bei der Al Quida als CIA Konstrukt nach Implosion der UdSSR 1991 mit Eigengewicht bis zu ihrer Auflösung 1998 aus dem Ruder ?

Die RAF Mitglieder Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Jan-Carl Raspe wurden niemals rechtskräftig wg. der ihnen zu Laste gelegten Taten verurteilt worden. nachdem sie Berufung gegen das Stuttgart-Stammheim Urteil 1975 eingelegt. sich mutmaßlich 1976 im Fall Ulrike Meinhof bzw, 1977 am Ende des deutschen Herbstes das Leben genommen haben. denn gegen Tote werden in Deutschland keine Prozesse geführt. Eine wahrlich lebensgefährdend juristische Praxis hierzulande

– Das war womöglich einer der Gründe, warum sich der FDP Politiker Jürgen Möllemann 2003 ohne Öffnung seines Fallschirm aus einem Flugzeug über NRW in den Tod gestürzt hat, sich, seine Familie und die FDP, angesichts bevorstehender Hausdurchsuchung, der Strafverfolgung und Prozess durch Tod entziehen? –

Für Rudi Dutschke gilt die deutsche, wie jede Nation zu allererst einmal als unteilbar und zum anderen ganz im dialektischen Sinne des Histomat Karl Marx mit Friedrich Engels Zungen als unveräußerlicher Resonanzboden für revolutionäre Umtriebe, Projekte, Tendenzen und Entwicklungen. Mit dieser Auffassung steht Dutschke im linken Spektrum lange einsam, verlassen, missverstanden auf weiter Flur allein.

Ob Selbstermächtigung zur Terror Gewalt für Rudi Dutschke überhaupt und sonders nach Art des Fehdehandschuhs, dem Reichsfehdewesen, eine Option ist, scheint bisher aus seinem Nachlass nicht erforscht. Er selber spricht in seinen Tagebüchern 1963-1979 und anderer Stelle von Gewalt gegen Sachen nicht gegen Personen. Wobei seine Deutungen von Situationen der Art bei der Gewaltanwendung gegen Staatsmacht ihm legitim erscheint, lange vor 1967 bei ihm fließend mit revolutionärer Beinfreiheit in Erscheinung treten.

Das Fehdewesen im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, bis dahin ein eherner Grundsatz für reichsfreie Herzoge, Fürsten, Pflalzgrafen, Ritter, Bauern, Bürger, Städte der Zentralmacht in Wien den Staufer, Habsburger Reise Kaisern und Lehnsherren vor Ort gegenüber, das 1495 zwar formal abgeschafft wurde, aber gerade in den Bauernkriegen um 1525 galt im Verständnis der an der Seite der Bauern teilnehmender Fürsten, Reichsgrafen, um nur einen zu nennen, den fränkischen Reichsritter Florian Geyer (1490-1525) von Giebelstadt im Gramschatzer Wald bei Würzburg und seine Schwarzen Haufen, als willkommen letzte Gelegenheit, Anlass das Recht auf Fehde zurück zu erobern, womit sie nach furchtbarem Gemetzel unter den Bauern und Ihresgleichen auf dem Schafott entsetzlich scheitern.

Das Recht auf Fehde galt reichsweit, wenn alles Prozessieren den Beteiligten vergeblich scheint, das Unrecht fortbesteht, sich wie 150 Jahre später der Pferdehändler aus Hinterpommern Michael Kohlhaas in Harnisch zu versetzen, selbsternächtigt bewaffnet das Recht auf B Biegen und Brechen, Tod und Teufel komme heraus durchzusetzen.

Vom Ansatz her lebt dieses Recht auf Fehde im persönlichen Recht auf Widerstand im bundesdeutschen Grundgesetz anstatt eines politischen Streikrechts modifiziert fort

Rudi Dutschkes „Langer Marsch“ durch die Institutionen geriet ihm wie vielen seiner Generation Multitude Horde hüben und drüben zum leuchtenden Pfad der Auf- und Abbrüche von Selbsterkundungen in unergründlicher Gewissheit selbst bei den Mächten, sei es die SED Nomenklatur, sei es die Bonner „Geschlossenen Gesellschaft, mit ihrem Gespensterschiff der normativen Kraft des Faktischen Rhein-Kapitalismus „Formierter Eliten“ wohl geborgen zu sein, die man bekämpft, wenn er sich 1974 seinen Umzug von England nach Aarhus in Dänemark vom damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann (SPD,vormals BHE) in Höhe von 3000 DM finanzieren ließ.

Bei Rudi Dutschke war es als arbeite er in all seinen Bandwurmsätzen mit unermüdlichem Willen mit sendungsbewussten Äußerungen nicht nur daran, die Leichtathletik Sparte „Dreisprung beim Zehnkampf“; sondern auf dem Langen Marsch in eine endgültige Redeform für die Ewigkeit zu verflechten, die Litanei von DDR-Volkskammer Sitzungen, SED Parteitagen, wenn alle Funktionsträger, Ehrengäste namentlich in nüchtern in getragenerer Sprache in Moll erwähnt, Grußadressen der Solidaritä in alle Welt und alles, was da kreucht und fleucht nach Kleinkleckersdorf, anstehend abzusegnende Programmatik, die in Moskau vorgegeben, leidenschaftslos langatmig bis zur Ermattung der Anwesenden Ausdruck gegeben wurde, mit der Litanei der katholischen Kirche, Gewrkschaften, Verbände, den Bonner CDU/CSU/SPD/FDP Veteranengesänge in allen Rängen, bei Fanfaen und Trompeten, Fürbitte Gebete den lieben Brüdern und Schwestern im fernöstlichen Drüben Parteitag-, Sonntagsreden, all das mit aphrodisierendem Sportjournalistik Impetus weltmeisterlichen Elan olympisch angereichert, den er bei der BZ in Westberlin mit ihren Zehn Axel-Cäsar Springer Geboten vor dem Berliner Mauerbau 13. August 1961 neun Monate lang verinnerlicht und nie vergessen hatte, auf dem Weg normativ faktisch dialektisch unaufhaltsamer Kraft zur nationalen Einheit Deutschlands als gelernter Industriekaufmann von der Pieke auf mit betörendem Duft, dem sinnlichen Hauch von Sexualökonomie in Werkshallen, Prodktionsstätten, an Schulen, Hochschulen, im Plattenabau zu verbinden.

„Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf!“

Ob er sich eigentlich bedroht fühle?, fragt der Journalist Alfred Willi Rudi Dutschke in seiner TV-Dokumentation – Deutsche Lebensläufe – Anfang April 1968.

Rudi Dutschke reagiert merklich zurückhaltend gespielt gelassen auf die Frage.

Er fühle sich „persönlich überhaupt nicht bedroht“, antwortet der 28-Jährige undogmatische Sozialist, SDS-Studentenführer, der für die Öffentlichkeit binnen Monaten nach dem Tod des Studenten Benno Ohnesorg (*1943) am 2.Juni 1967 während des Schah Besuchs in Westberlin bei Demonstrationen durch den Polizeikommissar in Zivil vom Westberliner Staatsschutz Karl-Heinz Kurras (1927-2014) mit besonderem Auftrag erschossen wird, die Ikone studentischer Proteste innerhalb antiautoritärer Revolte ist.

Dutschke, als Kriegsdienstverweigerer aus Luckenalde/DDR nahe Ostberlin stammend, gerät in Westberlin, der Frontstadt Insulaner, durch den Vietnamkrieg aufgeheizt Kalten Krieg zur allgegenwärtigen Projektionsfläche allen erdenklich aufbrechenden Hasses des „anständigen“ Deutschlands hüben und drüben.

Mehrfach hat er als Vorsichtsmaßnahme die Wohnung gewechselt, 1968 zuletzt am Cosimaer Platz/Wilmersdorf wohnend.
. Neben die Tür seiner bislang letzten Unterkunft haben Unbekannte „Vergast Dutschke“ in roter Farbe geschrieben, schreibt Pascal Beucker 11.4.2018 in der taz „11. April 1968, 16.35 Uhr am Ku’damm: Das Attentat auf Rudi Dutschke“
.
Trotzdem sei es „eine Übertreibung“, dass in Westberlin so etwas wie eine Pogromstimmung entstanden sei, findet Dutschke. Es ist sein letztes Interview, bevor es geschieht.“

Was Rudi Dutschke, anders als in seinen Tagebüchern seit 1963, ausgerechnet hier nicht erwähnt, er sei sicher, wenn ihm einmal etwas zustoßen sollte, dann sei das von drüben veranlasst.

Gibt es da einen Zusammenhang?, wenn ja, welchen?

Am 9. April 1968, zwei Tage vor dem Anschlag auf Rudi Dutschke am Gründonnerstag 11,4,1968 vor dem SDS-Zentrum Westberlin 31, Ku`Damm 140 durch den ungelernten Gelegenheitsarbeiter Josef Bachmann (24), verkündet der DDR Staatsratsvorsitzende, SED Generalsekretär Walter Ulbricht vor der einberufenen DDR-Volkskammer eine Neufassung der DDR Verfassung vom 7. Oktober 1949 mit sofortiger Wirkung, die in Westdeutschland durch Den Spiegel erst am 15,4,1968 öffentlich bekannt wird.

Warum diese Eile Ulbrichts?, diese Neufassung der DDR.Verfassung ohne bisherige Präambel zur Unteilbarkeit deutscher Nation auf dem Weg zur Deutschen Einheit, und nun 1968 neuem Staatsvolk DDR, nicht am 51 Gedenktag Russischer Oktoberrevolution 1917 ebenfalls wie 1949 am 7. Oktober. sondern vorgezogen bereits am 9.April 1968 verkünden?

Geht es hier um Flankenschutz, operative Abgrenzung der DDR vom Prager Frühling, der seit Februar 1968 spektakulär in die Blüte schlägt, erste Früchte trägt und Moskau schweigt, bis es dann am 22. August 1968 nicht zuletzt auf Drängen des DDR-Politbüros durch den Einmarsch Wahrschauer Vertragsstaaten Truppen zur Zerschlagung des Prager Frühlings kommt, während US-Präsident Lyndon B. Johnson mitten im US-Präsidentschaftswahlkampf nach der Ermordung Martin Luther King 4.4.1968, des Präsidentschaftskandidaten der Demokraten Robert Kennedy im Juni 1968 den Vietnamkrieg mit Flächenbombardements unter Einsatz des Entlaubungsmittels Agent orange aus der Chemikalien Küche des westdeutschen Boehringer Konzerns, in dessen Vorstand damals der spätere Bundespräsident Richard von Weizsäcker ist, über 550 000 GIs eskaliert.

Das alles geschieht ohne Beteiligung der DDR Volksarmee, die an der Grenze zur CSSR in Alarmbereitschaft und Warteposition verharrt?

Rudi Dutschkes antiautoritär undogmatisch politische Haltung, inklusive sein Bestehen auf der gesellschaftspolitischen Forderrung deutscher Einheit im Sinne Karl Marx mit der Nation als historisch dialektischer Resonanzboden für Revolution, Entwicklungen, ist den DDR Sicherheitsorgan MfS, dem ZK der SED, Polititbüro, voran dem DDR Staatsratsvorsitzende, SED Generalsekretär Walter Ulbricht schon lange ein Dorn im Auge, ohne es sich mit der Anti-Vietnamkrieg Studentenbewegung weltweit, sonders in Westberlin, Westdeutschland verscherzen zu wollen. Was tun?

Was für eine zufällige Abfolge der Duplizität an Ereignissen:

Rudi Dutschke, Stefan Aust sind gerade Ende März 1968 von einwöchigem Besuch in der CSSR zurück, nachdem sie sich ein Bild vom Prager Frühling gemacht haben, mit „Prager Frühlings Blüten im Gepäck“. Vereinbart ist, Rudi Dutschke soll für die Konkret Ausgabe April 68 seine Sicht des Prager Frühlings anhand seiner Eindrücke, dortigen Rede und Unterlagen darstellen, Dutschke gerät in Verzug mit der Lieferung seines Beitrags.

Stefan Aus fliegt deshalb mit einer Panam Maschine, von Hamburg Flughafen Fuhlsbüttel nach Westberlin Flughafen Tempelhof am 11,4,1968 in der Früh, um mit Dutschke alles weitere zu besprechen. Vereinbart ist gegen Mittag Treffen bei einem Italiener am Ku`Damm.

Am 10,3,1968 schreibt Rudi Dutschke in sein Tagebuch;
Warum der Rabehl (Bernd Rabehl) gekommen ist, verstehe ich nicht recht. Er war aber im Gespräch recht freundlich der ganze Krach im SDS schien vergessen zu sein

– hatte Rudi Dutschke die März Rede in Prag gehalten, die vom SDS Mitglied Bernd Rabehl gewünscht war?, nach Dutschkes kritisiert enthusiastischer Rede in Prag Januar 1968? -Wollte Rabehl sich bedanken, oder welchen Grund für diesen Überraschungsbesuch am Westberliner Cosimaerplatz gab es für ihn ansonsten?

Er weiß von meinen Absichten, nach Amerika zu reisen, müsste aber desgleichen von meiner Paris-Einladung wissen.Aber Informationen werden im SDS seit Wochen schier „fraktioniert“ gehandhabt. Wir haben die INFI (Internationale Informations- und Forschungs- Institut) Sache nicht umsonst mit Geldern ermöglicht, die vom Vietnam-Kongress übrigblieben.. Und wie „sauer“ und erneut misstrauisch war der Tillman Fichter in jener Sitzung vor einigen Wochen im SDS…..(Quelle; „Jeder hat sein Leben ganz zu leben“ Rudi Dutschke Tagebücher 1963-1979, Kiepenheuer & Witsch, 2003, S. 70/71, herausgegeben von Gretchen Dutschke )

Am selben Tag 11.4.1968 verübt der ungelernte Gelegenheitsarbeiter Josef Bachmann, aus München kommend, mit dem Ruf „Du dreckiges Kommunistenschwein!“ Anschlag auf Rudi Dutschke vor dem SDS-Zentrum Berlin 31 Ku`Damm 140, einen Ausschnitt aus der Deutschen Nationalzeitung vom 22. März 1968 bei sich.

Woher weiß Josef Bachmann, der bis zur Entdeckung von Stasi Akten 2009 durch Unterdrückung Westberliner Verhörprotokolle Bachmanns als rechtsradikal gesinnter Einzeltäter gilt, dass Rudi Dutschke in diesen Tagen zurück aus Prag in Westberlin ist, dass er sich die teure Reise von München nach Berlin mit der Bundesbahn leistet? Wurde er gebrieft, wenn ja, von wem?

Am 22. August 1968, dem Tag der Okkupation der CSSR durch die Wahrschauer Vertragsstaaten Truppen, ist Rudi Dutschke soweit wieder hergestellt, dass er in sein Tagebuch schrieb:

„……… Bin unruhig, was soll werden mit den Tschechoslowaken? Werden die, wie die Ungarn reagieren? Das wäre Wahnsinn. Was wird die KPI sagen? In der Vietnam Sache waren wir uns einig Jetzt kann der SDS nicht mehr mit der SED zusammen arbeiten-

Gibt es in Zeiten der Bundeskanzlerschaft Kurt-Georg Kiesinger 1966-1969 mit SPD Hardlinern in der Großen Koalition CDU/CSU/SPD über den Interzonenhandel seit 1946 bereits Backchannel Kontakte nach Ostberlin?, von denen Egon Bahr nach dem deutschen.deutschen Grundlagenvertrag 1972 nicht nur mit Ostberlin, sondern Moskau, Washington D C, so schwärmen wird?

Noch ist Reinhard Gehlen BND Chef, Ernst Benda als Bundesinnenminister zuständig für den weisungsgebundenen Verfassungsschutz, Herbert Wehner Bundesminister für Gesamtdeutsche Fragen.

Besteht eine Querfront gemeinsamer Sicherheitsinteressen geheimdienstlich deutscher-deutscher Dienste, die gleichermaßen über die rechtsradikal mobilisiert befahrene Schiene daran arbeiten, Rudi Dutschke, wie auch immer. als deutsch-deutschen Störfaktor auszuschalten, bevor nach seiner Rückkunft aus Prag.am 11.4.1968 seine Blüten des Prager Frühlings Früchte in die studentenbewegten Netzwerke tragen, voran in das Studenten Monatsmagazin Konkret kurz vor Redaktionsschluss der April 68 Ausgabe.

Dem Studenten Magazin „Konkret“ wurde 1964 der Hahn für den Fluss der Moneten der Proleten der seit 1956 (KPD-Verbot) in Ostberlin ansässigen illegalen KPD (Westdeutschland) zugedreht.

Chronologie der Ereignisse:

Am Morgen des 11. April 1968 um 9.10 Uhr steigt Josef Bachmann am Westberliner Bahnhof Zoo (Zoologischer Garten) aus dem Interzonenzug aus München. Er macht sich auf die Suche nach Rudi Dutschke, geht ins Einwohnermeldeamt, erhät als Auskunft die Adresse des SDS Zentrum Berlin 31 Kurfürstendamm 140. Bachmann befragt Taxifahrer, klingelt bei der Kommune I Nestorstraße 14 nahe Ku`Damm, wo ihn Rainer Langhans ebenfalls auf das SDS-Zentrum am Kurfürstendamm 140 verweist.

Dort genau wird Bachmann nachdem er zurück am Bahnhof Zoo vermutlich in der Suppenküche Aschinger Joachimsthaler Straße nahe BILKA Einkaufszentrum eine Linsensuppe, dazu 2 Buletten gegessen hat, am Nachmittag erscheinen.

Josef Bachmann *1944, über vier Jahre jünger als Rudi Dutschke kommt wie Dutschke auch aus der DDR, gilt als Hilfsarbeiter mit unbeständigem Wohnsitz, Arbeitsplatz als Kleinkrimineller Waffennarr mit kurzgeschnitten akkurat gescheiteltem Haar, Verbindungen in die Neonaziszene in Peine. Im Gepäck hat er zwei Revolver, einen im Schulterhalfter unter seiner hellbraunen Wildlederjacke, eine in seiner blau-.grünen Tasche, dazu Munition und in einem braunen Pappumschlag die Deutsche National-Zeitung mit der Überschrift: vom 22. März 1968:

„Stoppt Dutschke jetzt! Sonst gibt es Bürgerkrieg.“,

Unter der Schlagzeile stehen fünf Fotos, aufgereiht wie Fahndungsbilder von Rudi Dutschke, berichtet Stefan Aust in seinem Welt Betrag „Das Attentat“ Gründonnerstag 11,4.2018 als Zeitzeuge vor Ort.

– Stefan Aust hatte sich mit Rudi Dutschke nach gemeinsamer Reise, den Prager Frühling eine Woche in Augenschein zu nehmen, bei einem Italiener am Ku`Damm 11.4. vormittags getroffen, dazu kam Clemens Kuby, Sohn des Publizisten Erich Kuby, „Das Mädchen Rosemarie“ , getroffen. Es ging darum, für einen geplanten Beitrag Stefan Aust im Studenten Monatsmagazin „Konkret“ Hamburg Material zusammen zu tragen –

Gegen 16.35 Uhr begegnen sich Bachmann und Dutschke. Der war zum Ku’damm geradelt, um Material für einen Konkret-Artikel aus dem SDS-Zentrum zu holen und um Nasentropfen für seinen Sohn Hosea-Che zu besorgen. Da die Apotheke noch Mittagspause hat, schreibt Pascal Beucker taz, wartet er auf seinem Fahrrad, als Bachmann auftaucht. „Sind Sie Rudi Dutschke?“, fragt der ihn. Dutschke zögert, dann antwortet er: „Ja.“

Bachmann zieht seinen Revolver aus dem Schulterhalfter und schießt mit dem Ausruf „Du Kommunistenschwein“ einmal. Der Schuss geht in die Wange Rudi Dutschkes, während der sich auf Bachmann stürzt. Es kommt zum Gerangel. Beide fallen zu Boden, Dutschke kann sich befreien, torkelt verwundet blutend weg. Da fallen hinterrücks zwei weitere Schüsse aus der anderen Waffe Bachmanns aus dessen blau-grünen Tasche. Dutschke liegt bereits am Boden er wird in den Hinter Kopf und in seiner Schulter getroffen.

Während Bachmann davonläuft, richtet sich Dutschke schwerverletzte noch mal auf und taumelt blutverschmiert ein paar Schritte, bis er zusammenbricht. Passanten betten ihn schließlich auf eine Parkbank vor dem SDS-Zentrum, schreibt Pascal Beucker. Halb besinnungslos schreit er nach Vater und Mutter, ruft „Mörder“, „Ich muss zum Friseur“ und „Soldaten, Soldaten“.

Bachmann gelingt zunächst die Flucht in en Kellerversteck, er nimmt 20 Schlaftabletten ein, offensichtlich, sich umzubringen. Doch nach wenigen Minuten spürt ihm die Polizei auf. Nach einem Feuergefecht wird er festgenommen, schreibt Aust Die Welt, sein Magen wird in einem Krankenhaus leergepumpt, sein Leben gerettet.

„Ich war so im Hass, ich hatte so eine Wut“, wird Bachmann später als Motiv für seine Tat angeben. Am 24. Februar 1970 bringt er sich in seiner Gefängniszelle um. Zu seiner Beerdigung schickt Dutschke einen Blumenstrauß mit der Aufschrift: „Ein Opfer der Klassengesellschaft.“ (Pascal Beucker taz)

Dutschke überlebt schwer verletzt.

In Notoperationen können ihm im Westend Krankenhaus die Kugeln aus der Schulter und seinem Kopf entfernt werden. Mühselig lernt Dutschke wieder lesen und schreiben: Heiligabend am 24. Dezember 1979 erleidet er in seiner Badewanne in Aarhus/Dänemark als Spätfolge des Anschlags auf ihn durch Bachmann elf Jahre vorher einen epileptischen Anfall. Rudi Dutschke ertrinkt in seiner Badewanne.

Da sich nach Rudi Dutschkes Tod in Aarhus/Dänemark, wie von der Familie Dutschke, der 68er Öffentlichkeit und Sympathisanten gewünscht, für ihn keine Grabstelle in Westberlin findet, überlässt der NS-Widerstandskämpfer, kaiserliche Marineoffizier, U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg, radikaler Pazifist in der Bundesrepublik, Träger Bundesverdienstkreuz, des Lenin-Friedenspreis der UdSSR, Mitglied des Weltkirchenrates, Pastor, Gründer „Bekennender Kirche“ Martin Niemöller ihm seine Grabstelle Berlin- Dahlem St.-Annen-Kirchhof er St.-Annen-Kirchhof.

Das geschieht zum verlautbarten Leidwesen des damals Regierenden SPD-Bürgermeisters in Westberlin, Dietrich Stobbe (1938-2011) , der ein Rudi Dutschke Grab in Westberlin als Pilgerstätte „Rudi, der Kampf geht weiter!“ fürchtet, wie der Teufel das Weihwasser.

Dort wird Rudi Dutschke am 3. Januar 1980 unter großer öffentlicher Anteilnahme seiner Angehörigen, Anhänger beigesetzt. Sein christlicher Freund, Pastor Helmut Gollwitzer hält die Grabrede.

Martin Niemöller *1899 wird 1984 im Wersener Familiengrab Ostwestfalen beigesetzt
JP

Weitere Quellen:

http://www.taz.de/Archiv-Suche/!5494968&s=&SuchRahmen=Print/
11. April 1968, 16.35 Uhr am Ku’damm: Das Attentat auf Rudi Dutschke

vom 11. 4. 2018
PASCAL BEUCKER

 

http://www.taz.de/!614366/
Entmystifiziert euch!
2011

http://www.taz.de/!657166/
Kein Dämon, kein Heiliger
vom 24. 12. 2004
STEFAN REINECKE
https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2008/april/die-kunst-des-aufstands

Startseite › Archiv › Jahrgänge › April 2008 › Die Kunst des Aufstands
Geschichte
Die Kunst des Aufstands

http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&;;dig=2011%2F07%2F12%2Fa0104&cHash=da4c1
taz  12.07.2011    *Die revolutionäre Überwindung der Teilung
http://www.isioma.net/sds120507.html
Michael SonthoferZEITGESCHICHTE
Ein Buch von einstigen SDS-Aktivisten legtdar….

 

http://www.sandammeer.at/rez08/schneiderp-1968.htm
Peter Schneider: „Rebellion und Wahn“
Mein ’68

https://www.noz.de/lokales/lotte/artikel/438678/niemollers-grab-in-wersen-unter-denkmalschutz#gallery&24614&0&438678

26.12.2013, 18:17 Uhr
SPÄTE VERSÖHNUNG
Niemöllers Grab in Wersen unter Denkmalschutz
Von Thomas Niemeyer

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46050200.html
15.04.1968
Neue Verfassung der DDR mit Wirkung vom 9. April 1968
„ARBEITE MIT, PLANE MIT, REGIERE MIT!“

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