Als mit erschossenem Dichter Kurt Eisner 1919 politischer Pazifismus Mitteleuropas zu Grabe getragen wurde. Heinrich Mann hielt die Trauerrede

Münchner Revolution: Als die Dichter die Macht übernahmen | Capriccio | BR Fernsehen
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Bayerischer Rundfunk
Am 12.12.2017 veröffentlicht

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Richard Gaines
Am 15.11.2017 veröffentlicht

 

Als mit erschossenem Dichter Kurt Eisner Februar 1919 die Hoffnung auf politischen Pazifismus Mitteleuropas zu Grabe getragen wurde, hielt Heinrich Mann in unüberschaubare Menge Trauernder die Trauerrede.

Was das gesamte Bild der Ereignisse um die Revolutionstage 8./9. November 1919 ergänzt, sind Hinweise auf die gelungen u. a. in Bayern Rückführung von allein rund 900.000 Soldaten Bayerns in den Friedensstand nach Unterzeichnung des Waffenstillstandes 11. November 1918. Bayerische Regimenter waren in Russland, der Ukraine, Krim, Ungarn, Serbien stationiert wie in Syrien, Palästina unter General Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964), an der Westfront. Die unmittelbare Demobilisierung bayerischer Soldaten vollzog sich Dezember 1918 bis Februar 1919.
Wobei etwas Besonderes hinzukommt. Während die Reichswehr 19. Januan 1919 gegründet wurde, kam es erst 25. August 1919 zur offiziellen Übernahme bayerischen Heeres in die Reichswehr durch Reichspräsident Friedrich Ebert in der Münchner Marsfeldkaserne.

Bis dahin agierten Truppenteile bayrischer Heere neun Monate lang wie Freikorps privater Geldgeber zu dunklem Zweck als freischwebend Soldateska zu jeder aus dunkler Quelle – Thule Verschwörer Vereinigung „Geheimen Deutschlands“ mit pompöser Resident im Nobel-Hotel Vierjahreszeiten München ? – finanzierte Schandtat in geheim nach wie vor gehaltenen Gebieten Ober Ost Ukraine, Baltikum gegen die Bolschewiki in Moskau bereit, den dortigen Bürgerkrieg zu nähren, Strafaktion Willkür zu verbreiten, Zwangsarbeiter in KZ zu bewachen..
Der Waffenstillstand 11. November 1918 überraschte bayerische Regimenter an allen Fronten Europas, Ostafrikas. Bayerische Kavallerie und bayerische Landwehr waren zur Sicherung des Friedensvertrages Brest Litowsk mit Russland vom Baltikum, Galizien über die Ukraine zur Krim in der militärischen Verwaltungseinheit Ober-Ost unter dem Oberbefehl Generalquartiermeister Erich Ludendorff seit Januar 1918 stationiert.

Das Objekt obskurer Begierde obsessiver Optionen des nationalsozialistischen Untergrunds war in Bayern mit Figuren wie Adolf Hitler, anders als in übrigen Teilen Deutschlands, Richtung Ober Ost Ukraine, Südwest, Naher Osten gerichtet, verdeckt zu halten, was der Brest Litowsk Vertrag verheißen hatte „Lebensraum zu sichern, entvölkert von Juden, wie dieses Zar Nikolaus infam brutal begonnen hatte“.
Ansonsten marschierte mit Ende 1. Weltkrieg allerorten nicht nur in Bayern durch Stahlgewitter an allen Fronten Ost, West, Süd durch brutale Unterdrückung der Zivilbevölkerung, Rekrutierung von Zwangsarbeitern in KZs in Flandern, Belgien, Ukraine, radikalisiert brutal gestählter Militanz zurück in die Heimat, in den Alltag, von dem sie so verbrecherisch aufgestellt 1914 nicht ihren Ausgang nahm.
In Ostafrika kämpften Bayern unter General Paul von Lettow-Vorbeck (1870-1964), ebenso in Mazedonien und unter türkischem Oberbefehl in Syrien und an der Palästinafront. Die Masse der bayerischen Armee stemmte sich, seit 1915/16 auf die gesamte Westfront verteilt und im Verbund mit anderen deutschen Truppen kämpfend, verzweifelt gegen das Übergewicht der Franzosen, Engländer und Amerikaner, die im Frühjahr 1918 an der Westfront eingetroffen waren. Insgesamt standen im Herbst 1918 knapp 900.000 bayerische Soldaten an den verschiedensten Fronten.

Bayerische Infanterie und Gebirgsjäger versuchten in den Alpen verzweifelt, die Lücken zu stopfen, die das unabgestimmte Ausscheiden Österreich-Ungarns aus dem 1. Weltkrieg in die einstmals gemeinsame Front gerissen hatte.
Das Alpenkorps, bestehend aus großen Teilen des ehemals ruhmreichen bayerischen Infanterie-Leib-Regiments, hatte gerade nach heftigen Gefechten mit serbischen Truppen Anfang November den Durchbruch nach Norden zur ungarischen Grenze geschafft.

US-General Dwight Eisenhower erkennt München 1945 als Wiege Nationalsozialistischen Untergrunds „The cradle of the Nazi beast“, vielleicht, weil hier die unheilschwangere Melange aus Elite, Volk wie in einem Brutofen nach verlorenem 1.Weltkrieg hochgeheizt nicht zurück in kleinstaatlich alte monarchistische Strukturen vor 1871 strebt, sondern, weil diese Melange, 1914-1918 militärisch formiert, in Ostafrika, Palästina, Syrien, Türkei, Baltikum, Ober Ost Ukraine. Krim als Besatzer, christlich moralisch entfesselt, mordierend missionierend von der zivilen Leine gelassen, Blut gerochen, kriegswirtschaftlich nach mehr Raum fürs deutsche Volk an vermeintlicher Sonne untergehenden Kolonialismus eilt und all diese Optionen durch den Versailler Vertrag verliert und doch nicht lassen will.

König Ludwig III von Bayern verließ November 1918 fluchtartig seine Residenz München, ließ Zepter, Schwert zum revolutionären Teufel fahren. weil er seine Pappanheimer kannte, wusste wie die seit 1914 mordierend an allen Fronten gegen Ziviles unterwegs waren, fürchtete, dass das von der Front heimkehrende bayrische Heer daheim ein Massaker gegen seinen Stamm anrichtet, wie die Bolschewiki gegen ihre Zarenfamilie (Quelle: Victor Klemperer „Man möchte immer weinen und und lachen in Einem“ Revolutionstagebuch 1919 ). Seit 7. Februar 1919 unterrichtet Klemper Kriegsheimkehrer als Privatdozent in der Ludwig Maximilian Universität München (ab S. 128 Bild 6). Bild 12 „Rotarmisten mit Minenwerfer, Granaten, Munitionskästen am Stachus unterwegs, als handel es sich um Ost Gemüse.

Klemperer baut als Besatzungsoffizier kaiserliche Heere im Baltikum für die dort unterdrückte Zivilgesellschaft ab 1915 gelenktes Pressewesen in Deutsch als Amtssprache auf. Lesenswert ist auch das Volker Weideman Buch „Träumer“, Kurt Eisner,u. a, Ernst Toller, Gustav Landauer, Erich Mühsam, Oskar Maria Graf, Heinrich Mann „Als die Dichter die Macht übernahmen“, am Rand als teilnehmende Beobachter Heinrichs jüngerer Bruder Thomas mann, der Philologe und Kriegsheimkehrer Victor Klemperer Kurt Eisner, Heinrich Hoffmann als fotografischer Chronist.

Der Autor, Dichter, Theaterkritiker, politischer Aktivist seit 1916 Kurt Eisner, der sich selbst mit gesellschaftlichem Elan zum Ministerpräsidenten Bayerns am 8. November 1918 erhob, weil der bayrische König Ludwig III fluchtartig seine Residenz München mit unbekanntem Reiseziel verlassen hatte, die Macht auf der Straße lag, wurde genau an jenem Tag als er am 21. Februar 1919 seinen Rücktritt nach der Wahlschlappe 2.5 % für seine Sammelbewegung der Dichter, Denker, Internationalisten, politischen Pazifisten verkünden wollte, von einem Freikorps Mayor nationalistisch monarchistisch antisemitisch fanatischer Gesinnung und von Adel erschossen.

Mit Eisner wurde die Hoffnung auf gesellschaftlich internationalistisch ausgerichteten Pazifismus in Mitteleuropa zu Grabe getragen.

Heinrich Mann (1871-1950) hält dem Toten Kurt Eisner zu Ehr und Gedenken in einer unüberschaubar großen Menge Trauernder in München die Grabrede.

Aus bayrisch kaiserlichen Kolonialheeres Beständen werden nach 1919 tonnenweise an Khaki Tuch zur Ausstattung der SA Horden Braunhemden entwendet, deren Träger ihr Raubtuch sündenstolz zur politische Aufmarsch Show tragen.

Das ficht Joachim Fest nicht an, wenn er im Spiegel Ausgabe 45/1968 schreibt:

„Was Wunder, daß auch die revolutionäre Chance, die sich mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem klanglosen Abgang der deutschen Fürsten bot, ungenutzt blieb; denn was die Umgangssprache „Novemberrevolution“ nennt, war nur ein wirrer, aus Erschöpfung und Depression herrührender Militärstreik, keine Erhebung, sondern ein Zusammenbruch. Im Gedächtnis der Nation haben jene Wochen und Monate sich denn auch nie als Überwältigung des Alten und Neubeginn dargestellt, sondern als ein wirres Gemisch von Meuterei, Niederlage, Verrat, Chaos und Grauen vor dem „roten Mob“. Die Erinnerungen an 1789, die Ängste des 19. Jahrhunderts, drückten noch immer.“

Wenn Joachim Fest Spiegel 45/1968 über die „Novemberrevolution“ schreibt :“Das Ganze sei nur „ein wirrer, aus Erschöpfung und Depression herrührender Militärstreik gewesen, keine Erhebung, sondern ein Zusammenbruch“, klingt das nach Echo Diktion Oberster Heeresleitung Hindenburg/Ludendorff in Spa/Belgien Oktober 1918, die für die Westfront ultimativ Waffenstillstand vom Deutschen Reichstag forderte, weil die Heimatfront zusammen gebrochen, das Heer sich in Auflösung befand, gleichzeitig aber über verdeckte Absetzbewegungen des Heeres von der Westfront Richtung Ober Ost Ukraine ein militärisch brutales Eroberungs- , Besatzungs- , Zwangsarbeit Regime mit KZs etablierte, weil die Bolschewisten Moskau Lieferbedingungen aus dem Friedensvertrag Brest-Litowsk Januar 1918 nicht erfüllten.Dass organisierte Erhebungen kaiserlicher Marine in Wilhelmshafen, Kiel durch Soldatenräte die Novemberrevolution 1918 auslöste, anders als bei erster bürgerlichen Revolution in Russland Februar 1917 nicht für Fortsetzung es Krieges, sondern erfolgreich für Frieden stand, macht sie zur bedeutendsten Revolution des 20. Jahrhunderts, den multinational politischen Pazifismus auf die weltpolitische Agenda zu setzen. Das haben heimkehrende Frontkämpfer, posttraumatisierte Söhne des Krieges wie Adolf Hitler als Schmach nie verwunden, außer diese Schmach würde historisch revidiert, den Krieg „patriotisch“ als Fortsetzung jedweder Politik mit militärischen Mitteln zu bewahren. Damit die Deutsche Novemberrevolution 1918 nicht in anderen Ländern, USA, United Kingdom, Irland, Frankreich, Italien, sonders Kolonialmächten überhaupt darunter neben genannten Portugal, Spanien, Niederlande, Belgien den Ruf nach Revolution im Namen politischem Pazifismus stiftet, wurde die Weimarer Republik 1919 in Versailles als Nachfolgestaat Deutschen Kaiserreichs zum Alleinschuldner am 1. Weltkrieg mit populistischer Verheißung für das Volk daheim erkoren, es würde an deutschen Reparationsleistungen gesunden.

Joachim Fests Diktion lässt sich gleichermaßen irrig auf die 68er Kriegskinder Anti-Vietnamkriegsbewegung münzen, wirr, erschöpft, beraten, verladen, manisch-depressiv, himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Dabei waren die kaiserlichen Marine Soldaten November 1918 als als gehegte, gepflegte Lieblingsmilitärsparte Kaiser Wilhelm II ausgeruht, militärisch unterfordert, bestens im Futter.

http://www.taz.de/Debatte-Rechter-Terror-in-Bayern/!5544518/
Debatte Rechter Terror in Bayern

6. 11. 2018
KOMMENTAR VON
THIES MARSENThies Marsen

100 Jahre NSU
Mit der Ausrufung des Freistaats kam die Demokratie nach Bayern. Zugleich bildete sich ein extrem rechter Untergrund – der bis heute geduldet wird.

http://www.taz.de/Historiker-ueber-die-Novemberrevolution/!5539955/
Historiker über die Novemberrevolutio

15. 10. 2018
STEFAN REINECKE

Kurt Eisner
Die Rettung der Revolution
Robert Gerwarth und Wolfgang Niess suchen nach dem Positiven in der Novemberrevolution 1918. Sie begründete, was wir heute sind.

https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/150-jahre-spd-kladderadatsch-ohne-ende

Joachim Petrick
22.05.2013 | 18:04
150 Jahre SPD- Kladderadatsch ohne Ende?

 

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45935117.html
04.11.1968
Von SPIEGEL-Redakteur Joachim Fest
„Es gibt hier nichts zu schießen …

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