27 Juli 1953-2020, 67 Jahre Waffenstillstand zwischen Nord- und Süd- Korea

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Der Korea Krieg – Vorgeschichte und Verlauf – Doku Koreakrieg

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  • 07.04.2013

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Sehenswert auch die Dokumentation „CIA Operation Laos“ https://youtu.be/kUxaUyaowKE

 

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Der ewige Korea-Krieg | Doku | ARTE

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  • 12.05.2020

 

 

ARTEde

Koreakrieg 1950 1953

Der Krieg zwischen Nord- und Südkorea forderte innerhalb von drei Jahren mehrere Millionen Todesopfer, die meisten von ihnen Zivilisten. Er zementierte die Spaltung Koreas. Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen den beiden Staaten. Anhand von Archivmaterialien, die erst vor Kurzem freigegeben wurden, erzählt der Film die Geschichte eines offiziell nie beendeten Krieges. Am 28. November 2017 gelang es Nordkorea nach mehreren Versuchen erstmals, eine Langstreckenrakete abzufeuern. Triumphierend verkündete Diktator Kim Jong un, dass sein Land nun die USA mit atomaren Sprengköpfen erreichen könnte. Eine Drohung, die nicht neu war. Bestärkt vom Sieg der Kommunisten unter Mao Tsetung in China überschritten am 25. Juni 1950 Truppen Nordkoreas die Demarkationslinie zwischen beiden Staaten am 38. Breitengrad und konnten schnell in den Süden vordringen. Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen forderten die USA, das Vorgehen Nordkoreas als Friedensbruch zu deklarieren. Sie setzten am 25. Juni 1950 die „Resolution 82“ durch. Wenige Tage später beschloss der Sicherheitsrat, mit UN-Truppen Südkorea zu Hilfe zu kommen.

Oberbefehl und Führung dieser Koalition hatten mit Kommandierendem General Mc Arthur die USA. Bis Ende September 1950 hatten die UN-Truppen das nordkoreanische Militär vom Boden Südkoreas zurückgedrängt. Bis zum 27.Juli 1953 lieferten sich die Kriegsparteien erbitterte Kämpfe.

Die USA warfen binnen drei Jahren mehr Bomben über Nordkorea ab als im gesamten Zweiten Weltkrieg. Der Koreakrieg gilt als einer der grausamsten Konflikte des Kalten Krieges. Bis heute gibt es keine genauen Zahlen der Gefallenen und zivilen Opfer. Es wird geschätzt, dass dem Krieg bis zu einer Million Südkoreaner, etwa 2,5 Millionen Nordkoreaner, etwa eine Million Chinesen sowie rund 40.500 Soldaten der UN-Truppen – die meisten von ihnen US-Afroamerikaner – zum Opfer fielen.

Die damit verbundenen Traumata gruben sich tief in das kollektive Gedächtnis der betroffenen Länder. Der Dokumentarfilm nähert sich dem Koreakrieg aus verschiedenen Blickwinkeln. Er führt von der Vorkriegs- bis in die Nachkriegszeit und erzählt den Krieg aus der Perspektive von Zivilisten und Soldaten zwischen den Fronten. Weiter beleuchtet er aktuelle Positionen wie zum Beispiel die von Präsident Donald Trump und Staatschef Kim Jong un, sowie die historischer Akteure wie die von Josef Stalin, Präsident Harry S. Truman, des Vorsitzenden Mao Tsetung und der beiden Staatschefs Kim II Sung und Syngman Rhee. Gezeigt werden außerdem die wichtigsten Schlachten und die Schlüsselmomente, die zur gegenwärtigen politischen Situation geführt haben: die Invasion des Südens 1950, der nie von einem Friedensvertrag gefolgte Waffenstillstand 1953, der Anschlag 1987 auf den Korean-Air-Flug 858 kurz vor den Olympischen Sommerspielen in Seoul und schließlich die Ankündigung über die nukleare Abrüstung Koreas im Juni 2018. Dokumentarfilm von John Magio (F 2017, 89 Min) ►Video auf Youtube verfügbar bis zum 18/07/20 ►Abonniert den Youtube-Kanal von ARTE:

 

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[Doku] Korea – Der vergessene Krieg (1/2) Die Teilung der Welt [HD]

27.007 Aufrufe

  • 12.03.2017

MüllerMann

 

„Als am 25. Juni 1950 die nordkoreanische Volksarmee den 38. Breitengrad überschreitet und innerhalb weniger Tage Seoul einnimmt, beginnt auf der Koreakrieg. „

 

38. Breitengrad

 Es war der 27. Juli 1953, als der Koreakrieg mit einem Waffenstillstand am 38. Breitengrad zwischen Nord- und Süd- Korea endete, ohne zu einem Friedensvertrag zu führen

Am 27.7.2020 jährt sich zum siebenundsechzigsten Mal der Jahrestag des Waffenstillstandes des Koreakrieges vom 27. Juli 1953.

Kleine Veränderungen und Hoffnung auf Öffnung schienen sich nach der Machtübergabe an Kim Jong-un (*1984) 2011 nach Tod seines Vaters Kim Jong-il  abzuzeichnen.

Bereits am 27. September 2010 war er zum General ernannt worden. Am 18. Juli 2012 erfolgte die Beförderung in den Rang eines Marschalls (Wonsu), womit Kim Jong-un den gleichen militärischen Rang bekleidet wie den, den sein verstorbener Vater zuletzt innehatte.

Die bange Frage bleibt, gibt es nach siebenundsechzig Jahren Teilung Koreas in eine Republik Korea im Süden und Demokratische Republik Korea im Norden

überhaupt noch Reste mentaler Übereinstimmung?

 Wir hatten 2013 eine 33- jährige Südkoreanerin zu Besuch, die ausdrücklich betont, die Frage der Einheit Koreas sei für sie und viele Altersgenossen nicht wirklich ein Thema, zumal da sie keine Verwandten in Nord Korea habe.

 

Das klang wie in 70- 80ziger Jahren in Westdeutschland, als sich dort nationaler Einheitspatriotismus Richtung Verfassungspatriotismus i wendete (u. a Begriff bei Jürgen Habermas, Günter Grass) , während in der DDR seit deren neuer Verfassung 1968 die Idee vom sozialistischen Staatsvolk DDR Fahrt aufnahm und letztlich mit Berliner Mauerfall 9. November 1989 .scheiterte.

Aus der Ferne klingen da mit abgemildert deutschem Pathos andere Töne an, wenn der Leiter des für die beiden koreanischen Staaten zuständigen Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung, Lars-André Richter, in einem Deutschlandradio Kultur Interview vom 26.07. 2013 betont:

„Trotz der langen Teilung existiere in Süd und Nord eine „gemeinsame Prägung“ und „eine gemeinsame Sehnsucht“.

 Dabei ist mit Prägung weniger eine nationalstaatliche, denn eine durch den Konfuzianismus in Gesamt- Korea und im asiatischen Raum gemeint

Kleine Schritte der Veränderung und bescheidenen Wohlstand macht der Leiter des für die beiden koreanischen Staaten zuständigen Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung, Lars-André Richter, in Nordkorea 2013 aus.

Es war der 27. Juli 1953, als der 1950 von Nord- Korea begonnen verheerende Krieg mit einem Waffenstillstand, mit dem 38. Breitengrad als Demarkationslinie, zwischen Nord- und Süd- Korea endete, ohne bis heute zu einem Friedensvertrag zu führen

Korea blieb mit der Demarkationslinie des 38. Breitengrades bis zur Gegenwart geteilt und hat keinerlei Aussicht auf ein deutsches Berliner Mauerfall Wunder vom 9. November 1989, oder vielleicht doch?

Korea ist, anders als Deutschland, nach 1945 keine sog. Täter-, sondern historisch in vielerlei Hinsicht eine Opfernation, die jahrhundertelang unter ihren mächtigen Nachbarn China im Westen, Japan im Osten, zuletzt von 1910- 1945, als wechselnde Besatzungsgewalt litt.

Korea ist, unter dem Diktat des Kalten Krieges, erst richtig zu einem geteilten Land geworden und geblieben.

In den Jahren des Krieges, der von Nord- Korea als Angriffskrieg gegen den Süden des Landes begonnen wurde und durch die unerwartete Stimmenthaltung der UdSSR in der UNO zu einem robust bewaffneten UNO- Mandat für die US- Army führte, wurde mit brutal verheerender Härte der Militärpolitik der „Verbrannten Erde“ gegen die Zivilbevölkerung und Infrastruktur in ganz Korea geführt.

Das Ergebnis war die vollständige Vernichtung der von der japanischen Besatzungsmacht mit koreanischen Arbeitskräften bis 1945 insbesondere im Norden Koreas aufgebauten Verkehrsinfrastruktur, Strom, Wasserkraft, Stauseen, Industrie (Petro-Chemie, Pharma-, Stahlhütten- u. a Bereiche) durch die Fliegenden Festungen der B- 52 Bomberpulks der US- Air Force in großen Höhen.

Auf Korea fielen in völkerrechtswidriger Menschenverachtung zig-fach mehr Bomben als auf das Gebiet des Deutschen Reiches im gesamten Zweiten Weltkrieg

Inzwischen ist binnen 67 Jahren in Süd- Korea, das sich erst im Jahre 1987 aus einer Militärherrschaft zu einer parlamentarischen Demokratie gewandelt hat, eine global wettbewerbsfähige Industrie und Wirtschaft entstanden, die in etlichen Bereichen mit Globalplayern wie Samsung, Hyundai u. a. ganz vorne mitspielt und Benchmark Maßstäbe setzt

Vor diesem Hintergrund liegt die Frage nahe, welche Perspektive Korea als Nation heute im Bewusstsein seiner Bürger/innen in Nord und Süd hat?

Während Deutschland eine relativ kurze Nationalgeschichte hatte, als es nach dem Zweiten Weltkrieg geteilt wurde, sieht die historische Situation in Korea ganz anders aus.

Gibt es überhaupt so etwas wie eine Vorstellung von Nation für die Koreaner/innen?

Was in Westdeutschland von 1949- 1989 der gesellschaftspolitisch umstrittene Alleinvertretungsanspruch bis zur haltlosen Hallstein Doktrin war, ist in Nord- Korea das Eigenständigkeitsprinzip, das letztlich auf dem Konfuzianismus beruht.

Der Konfuzianismus gilt in weiten Teilen Asiens, voran in Korea als Philosophie und nicht als Religion, als eine Staatsphilosophie, in der Bildung einen hohen Stellenwert einnimmt, in der Unterordnung, Pflichterfüllung eine sozial und ökonomisch prägende Bedeutung innewohnt.

Dieses Eigenständigkeitsprinzip Im Norden ist eine Ideologie, die als Juche-Ideologie, allen Koreanern in Nord und Süd gleichermaßen ein Begriff ist

In Korea kann eher von einem mental- kulturellen Identitätsempfinden, denn von einer gesellschaftspolitisch fassbaren Identität als Nation die Rede sein.

Nach Einschätzung unseres jungen Gastes 2013 aus Süd- Korea verblasst selbst dieses Identitätsempfinden je jünger die Menschen sind.

Die Scham in Deutschland nach Jahren der staatlich administrierter Verbrechen im deutschen Namen von 1933- 45 ab 1939 in vielen deutschbesetzten Ländern Europas schien geradezu als verbrieftes Handicap Garant gegen jedwede Art von Wiedervereinigung und erwies sich letztendlich der Holocaust, wie für Israel im umgekehrten Sinne, auf dem Weg zur Wiederherstellung der Einheit der Nation und Europas als identitätsstiftend.

Nicht wenige meinten über das Wendejahr 1989/90 hinaus in Deutschland, darunter Günter Grass, die Teilung Deutschlands sei die Last, die die Deutschen für alle Zeiten für die Verbrechen, die im Namen des Deutschen Volkes an der eigenen Bevölkerung, an den Völkern Europas begangen wurden, klaglos zu tragen haben.

Da es auf der koreanischen Halbinsel solche Art politisch- moralische Debatten, Auf- und Umbrüche gar nicht geben kann, weil dort Schuldfragen an sich selber und vor allem an Japan, China, die USA ganz anders liegen und von Vereinigungsprozessen, wie in Europa, bisher kein Ansatz erkennbar ist, bleiben viele Unwägbarkeiten, die zu diplomatischen Überraschungsergebnissen aber auch zu ungeahnten Rückschlägen in einem langen Prozess der Friedensentwicklung in der Gesamtregion führen können

Korea ist in seiner historischen Lage und Entwicklung eher mit Polen, denn mit Deutschland zu vergleiche.

Polen war, mehr oder weniger, wie Korea noch heute, über Jahrhunderte Spielball, strategische Manövriermasse mächtiger Nachbarstaaten, Russlands, erst des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis 1806, dabei bereits ab dem 18 Jahrhundert des Königreich Preußens, dann des Deutschen Reiches ab 1871, der Weimarer Republik und des Dritten Reiches.

Den Polen ging es bei ihrem Behauptungskampf vor allem um Selbstvergewisserung als Nation im Bunde mit anderen Nationen auf Augenhöhe, denn von fassbarer Identität als Nation konnte im Sinne einer entwickelten Zivilgesellschaft lange keine Rede sein.

Vielleicht geht es den Menschen in Korea in Nord wie Süd ebenso wie den Polen.

Da bleibt die Frage, nach welchen Bund mit anderen Nationen in der Region werden die Koreaner in Nord und Süd unter einem Dach streben?

Wenn ja, welche globalen Bündnisse können ihnen dabei, beratend und unterstützend, zur Seite stehen?

 

JP

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2191899/

 

 Beitrag vom 26.07.2013

Mentale Gemeinsamkeiten in Nord und Süd

Asienexperte Lars-André Richter über die Perspektiven Koreas als Nation

Moderation: Liane von Billerbeck